Politik

SPD-Politiker als Ärzte und Pfleger

Donnerstag, 24. Februar 2011

Berlin – Andrea Nahles naht mit der Spritze, Sigmar Gabriel inspiziert das OP-Besteck und Kurt Beck assistiert als hemdsärmeliger Zivi: Ganz so praxisnah wird es nicht zugehen, wenn rund 200 SPD-Abgeordnete demnächst in die Rolle von Ärzten und Pflegern schlüpfen. Vom 28. Februar bis 2. März sollen die Politiker aus Bund und Ländern ihre schwarzen Anzüge gegen weiße Kittel tauschen, wie SPD-Chef Sigmar Gabriel heute in Berlin ankündigte.

Das Ziel der „SPD-Praxistage“ in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen beschrieb der Parteivorsitzende wie folgt: „Einblick zu bekommen in die Berufswelt von Menschen, auf die wir im Zweifel alle angewiesen sind und deren Wert wir manchmal nicht ausreichend schätzen.“

Dies gelte insbesondere für Abgeordnete, die nicht tagtäglich mit Gesundheitspolitik zu tun hätten. Gabriel, dessen Mutter früher selbst Krankenschwester war und nun in einem Pflegeheim untergebracht ist, will am 2. März zunächst in einer Tagesstätte für psychisch Kranke in Wolfenbüttel und anschließend in einer Einrichtung für Demenzkranke in Salzgitter Dienst schieben.

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Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) begrüßte die Aktion als beispielhaft. Dadurch werde den Abgeordneten vor Augen geführt, „was tagtäglich im Verborgenen läuft und in der Politik nicht immer im Fokus steht“, sagte der AWO-Vorsitzende Wilhelm Schmidt.

So kümmerten sich bundesweit rund 900.000 Angehörige und professionelle Helfer unter häufig starken persönlichen Belastungen um 2,5 Millionen Pflegebedürftige. Als besonders problematisch bezeichnete Schmidt neben dem fehlenden Ansehen für das Engagement von Pflegekräften die meist niedrigen Löhne und mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf. © dapd/aerzteblatt.de

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promisit
am Freitag, 25. Februar 2011, 09:13

Eine riesige PR-Aktion der SPD...

Das Gesundheitswesen gehört mit zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der BRD. Dies ist eine riesige PR-Aktion der SPD, der anschliessend niemand mehr den (vermeintlichen) Sachverstand absprechen kann. So lassen sich viele Wähler gewinnen. Dies kann jedoch eher dazu führen, dass die Kapitalströme in diesen Bereichen betriebswirtschaftlich interessanter gelenkt werden. Die Anfänge werden ja jetzt bereits gemacht. Dies wird aber die Versorgungsqualität für die betroffenen Patienten nicht verbessern.
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