Medizin

Weniger Schwanger­schaften durch Änderung der Kontra­zeptiva-Therapie

Dienstag, 1. März 2011

San Francisco – Die Raten ungewollter Schwangerschaften sinken, wenn Frauen eine Jahresversorgung von oralen Antikonzeptiva erhalten, statt einer ein- oder dreimonatigen Versorgung. Diese Beobachtung machten Wissenschaftler um Diana Greene Foster vom UCSF Department of Obstetrics, Gynecology and Reproductive Sciences. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Obstetrics and Gynecology (doi: 10.1097/AOG.0b013e3182056309).

Orale Antikonzeptiva sind die am häufigsten verwendete Verhütungsmethode. Bei regelmäßiger Einnahme kommt es zu drei Schwangerschaften pro 1.000 Frauen im ersten Anwendungsjahr. Ungefähr die Hälfte der Frauen vergisst jedoch pro Zyklus ein oder mehrere Pillen, sodass etwa 80 von 1.000 Frauen im ersten Anwendungsjahr schwanger werden.

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Die Wissenschaftler behaupten, dass die konsequente Einnahme von oralen Verhütungsmitteln einfacher sei, wenn die Frauen nicht regelmäßig ihren Arzt oder aber die Apotheke aufsuchen müssten, um ein neues Rezept zu erhalten.

Sie untersuchten dazu die Daten von 84.401 Frauen, die orale Empfängnisverhütungsmittel im Januar 2006 im Rahmen eines kalifornischen Familienplanprogrammes erhielten. Sie erfassten dabei auch die Daten der Teilnehmerinnen über Schwangerschaften und Geburten im Jahre 2006.

Sie konnten eine Verminderung der Schwangerschaftsraten um 30 Prozent, und 46 Prozent weniger Aborte bei Frauen beobachten, die eine einjährige Antikonzeptivatherapie erhielten, im Gegensatz zu Frauen, die Standardrezepte für ihre Antikonzeptiva alle ein oder drei Monate abholen mussten.

In den Vereinigten Staaten müssen die meisten Frauen sich jeden Monat ein neues Rezept über ihr jeweiliges orales Antikonzeptivum erstellen lassen. 65.000 Frauen der Studie erhielten ihre Rezepte in ein- bis dreimonatigen Abständen, wohingegen der Rest der Frauen einen einjährigen Vorrat erhielt.

Die Wissenschaftler behaupten nun, dass 1.300 Schwangerschaften und 300 Aborte weniger stattgefunden hätten, wenn alle Studienteilnehmerinnen ein Einjahrespaket an oralen Kontrazeptiva erhalten hätten.

Insgesamt könne man ungewollte Schwangerschaften und unnötige Aborte vermeiden, wenn den Frauen ein besserer Zugang zu oralen Antikonzeptiva ermöglicht würde, schlossen die Wissenschaftler. © rme/aerzteblatt.de

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