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Brustkrebs: Aktives und passives Rauchen als Risikofaktor

Mittwoch, 2. März 2011

Minneapolis – Eine prospektive Kohortenstudie zeigt, dass Tabakrauchen die Entwicklung des postmenopausalen Mammakarzinoms fördert. Nach der Publikation im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 342: d1016) sind nicht nur aktive und ehemalige Raucherinnen gefährdet. Auch bei einer langjährigen passiven Exposition war das Risiko erhöht.
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Es ist bekannt, dass die Karzinogene des Tabakrauchs in die Blutbahn gelangen und damit auch fern der Lunge das Krebswachstum stimulieren können. Die Brustdrüse gehörte bisher nicht zu den betroffenen Organen, obwohl tierexperimentelle Studien zeigen, dass das Gewebe anfällig für ein Krebswachstum ist.

Vor allem die Zeit zwischen der Pubertät und der ersten Schwangerschaft gelten als eine vulnerable Phase. Dies zeigt sich auch in der Auswertung der Beobachtungsstudie, die im Rahmen der Women's Health Initiative durchgeführt wurde.

In dieser Studie hatten 79.990 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren teilgenommen, von denen während der zehn Jahre der Nachbeobachtung 3.250 an einem invasivem Mammakarzinom erkrankten.

Die Jugendzeit und die erste Schwangerschaft lag bei diesen Frauen lange zurück, und doch wurden für eine Tabakexposition in diesen Zeiten die höchsten Hazard Ratios gefunden: Frauen, die schon im Alter von 15 bis 19 Jahren geraucht hatten, erkrankten zu 21 Prozent häufiger an einem postmenopausalen Mammakarzinom.

Das Rauchen vor der ersten Schwangerschaft erhöhte das Risiko um 28 Prozent. Der Effekt war in etwa so stark wie 40 Packungsjahre oder mehr. Auffällig ist auch, dass das Risiko noch bis zu 20 Jahre nach der letzten Zigarette nachweisbar war.

Schließlich erstaunt, dass auch ein Effekt des Passivrauchens nachweisbar war, den man angesichts der insgesamt doch niedrigen Hazard Ratios für das Aktivrauchen nicht unbedingt erwartet hätte. Eine „extensive“ Exposition, die bereits im Kindesalter begann und sich später zuhause oder am Arbeitsplatz fortsetzte, erhöhte das Brustkrebsrisiko um 32 Prozent.

Das war die höchste Hazard Ratio, die überhaupt in der Studie aufgetreten ist. Für eine kürzere passive Exposition war indes kein signifikant erhöhtes Risiko nachweisbar, so dass der Editorialist Paolo Boffetta vom Mount Sinai School of Medicine in New York rät, weitere Untersuchungen zu dieser Frage abzuwarten. An der Schädlichkeit des Aktivrauchens gibt es indes keinen Zweifel, zumal in der Studie eine Dosis-Wirkungsbeziehung, die immer eine Kausalität unterstreicht, gefunden wurde. © rme/aerzteblatt.de

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