Darmkrebs: Sport beugt Polypen vor
Mittwoch, 2. März 2011
 |
| dpa |
St. Louis – Körperliche Bewegung senkt das Darmkrebsrisiko. Dies kam in einer Meta-Analyse im British Journal of Cancer (2011; 104: 882-885) heraus.
Darmpolypen sind die Vorläuferläsionen des Kolorektalkarzinoms und jede Maßnahme, die ihre Entstehung verhindert, dürfte deshalb eine darmkrebspräventive Wirkung haben. Dass körperliche Aktivität hier eine positive Auswirkung haben soll, erschließt sich nicht sofort.
Die Public Health-Forscherin Kathleen Wolin von der Washington University School of Medicine in St. Louis sieht jedoch in der Besserung der Insulinsensitivität einen möglichen Ansatzpunkt. Eine Hyperinsulinämie sei in einer früheren Studie mit einem vermehrten Auftreten von Darmpolypen in Verbindung gebracht worden, und Bewegungsmangel und Übergewicht zählen zu den modifizierbaren Risikofaktoren des Kolorektalkarzinoms.
Wolin hat in einer Meta-Analyse die Ergebnisse aus 20 Studien zusammengefasst. Sie errechnet ein relatives Risiko (RR) von 0,84 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,77-0,92). Danach würde sportliche Aktivität das Risiko, Darmpolypen zu entwickeln, gerade einmal um 16 Prozent senken. Die protektive Wirkung war bei fortgeschrittenen Polypen mit einem relativen Risiko von 0,70 (0,56-0,88) wesentlich stärker.
Da nicht jeder Polyp zum Darmkrebs fortschreitet, dürfte die darmkrebspräventive Wirkung insgesamt gering sein. Überhaupt muss wohl akzeptiert werden, dass derzeit nicht bekannt ist, wie Darmkrebserkrankungen, die doch in den Industrieländern deutlich häufiger sind als in Entwicklungsländen, verhindert werden können.
Eine medikamentöse Prophylaxe ist nicht etabliert und nach einer Untersuchung im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 341: c5504) könnte durch die Vermeidung von fünf bekannten Risikofaktoren die Häufigkeit nur um ein Viertel reduziert werden. Zu diesen modifizierbaren Risikofaktoren gehören neben Bewegungsmangel und Übergewicht noch Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum und eine ballaststoffarme Ernährung.
© rme/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.