Ausland

EU-Vorschlag zu künstlicher Befruchtung ohne Altersgrenze

Freitag, 4. März 2011

Brüssel – Das EU-Parlament stimmt in der kommenden Woche über einen Antrag ab, wonach die Mitgliedstaaten eine künstliche Befruchtung ohne Altersbegrenzung zulassen sollen. In dem Beschlussvorschlag des Umwelt- und Gesundheitsausschusses heißt es, die EU-Staaten sollten die notwendigen Maßnahmen treffen, um bei der künstlichen Befruchtung „die Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Familienstandes, des Alters, der sexuellen Ausrichtung“ sowie der „ethnischen oder kulturellen Herkunft“ zu beseitigen. Damit sollten gesundheitliche Ungleichbehandlungen in den 27 Mitgliedstaaten aufgehoben werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der christdemokratischen Fraktion (EVP), Peter Liese, äußerte am Freitag in Brüssel Kritik an dem Vorschlag. „Eine Altersgrenze bei der künstlichen Befruchtung ist aus medizinischen und ethischen Gründen sinnvoll“, betonte Liese. Er kündigte an, die EVP werde gegen die Forderung stimmen. Seine Fraktion hoffe darauf, dass die umstrittene Passage aus dem Bericht gestrichen werde.

Liese betonte, ab einer bestimmten Altersgrenze stiegen die Risiken für Mutter und Kind. Vor allem die ab einem bestimmten Alter notwendige Eizellspende für die Mutter sei riskant. Zudem verstoße der Eizellhandel, der praktisch nur gegen Bezahlung stattfinde, gegen die Prinzipien der Europäischen Grundrechtecharta. Liese sprach sich dafür aus, die Festsetzung der Bedingungen für künstliche Befruchtung den einzelnen Mitgliedstaaten zu überlassen.

Es gebe Gründe, warum in einigen Staaten etwa nur heterosexuelle Ehepaare für die künstliche Befruchtung zugelassen seien, betonte er.  Auch beim Thema Verhütung enthält der Bericht dem CDU-Politiker zufolge problematische Passagen. Demnach werde der Zugang zu Abtreibung in einem Atemzug mit Zugang zu Verhütungsmitteln genannt.

„Wir müssen sorgfältig zwischen Verhütung und Abtreibung trennen“, forderte Liese. Im 64 Mitglieder zählenden Europaparlaments-Gesundheitsausschuss war der Beschlussvorschlag mit 52 Ja-Stimmen bei 1 Gegenstimme und 7 Enthaltungen angenommen worden. © kna/aerzteblatt.de

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harlekin2000
am Samstag, 5. März 2011, 16:46

Na, dann freut sich sicherlich bald eine 100 jährige Oma über ihr Neugeborenes.

Soll doch mal einer sagen, dass die EU nicht progressiv ist. Grins
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