Vertragsärzte stark vom Burn-out-Syndrom gefährdet
Dienstag, 8. März 2011
Berlin – Fünf bis zehn Prozent der niedergelassenen Ärzte leiden unter dem Vollbild eines Burn-out-Syndroms, 80 Prozent der Vertragsärzteschaft weist Teilaspekte des Erschöpfungssyndroms auf. Das ergab die neue Studie „Die vertragsärztliche Tätigkeit im Lichte des Burn-out-Syndroms“ der Brendan-Schmittmann-Stiftung des NAV-Virchow-Bundes. Die Stiftung hatte rund 6.000 Ärzte angeschrieben, 659 haben den Fragebogen zurückgeschickt.
Mehr als die Hälfte der Ärzte fühlen sich „am Ende eines Arbeitstages völlig erledigt“, haben Schlafdefizite und essen nicht „regelmäßig und ohne Eile“. Etwa drei Viertel der Vertragsärzte konstatieren, „dass unter der Überanspruchung in der Praxis ihr Privatleben leidet“.
Nur 15 bis 25 Prozent haben zur „Wahrnehmung ihrer persönlichen Interessen genügend Zeit“. 12 bis 18 Prozent der befragten Ärzte, sind weit entfernt von einem Burn-out. Die Ärzte dieser Gruppe beantworteten alle Fragen zum Burn-out ablehnend.
Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, „zu wenig Zeit für die Patienten zu haben“, fühlt sich von den „Problemen und schwierigen Lebenssituationen der Patienten belastet“ und beklagt „Defizite in der Kommunikation“.
Gleichzeitig sind mehr als drei Viertel der befragten Vertragsärzte der Meinung, dass „die Erwartungshaltung der Patienten in den letzten Jahren gestiegen ist“ beziehungsweise dass sie „der unangemessen fordernde Patient“ belastet. © hil/aerzteblatt.de
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