Medizin

Verheimlichte Interessenskonflikte in Meta-Analysen

Mittwoch, 9. März 2011

Montreal – Während Autoren in randomisierten klinischen Studien heute ihre finanziellen Beziehungen zur Pharmaindustrie offen legen müssen, gehen diese Hinweise in Meta-Analysen oft verloren, wie eine Analyse im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2011; 305: 1008-1017) zeigt.

Die Therapieempfehlungen medizinischer Leitlinien stützen sich in zunehmendem Maße auf die Ergebnisse von Meta-Analysen, in denen die Ergebnisse von randomisierten klinischen Studien zusammengefasst werden.

Für die randomisierten Studien selbst gibt es mittlerweile Standards, die eine Transparenz gewährleisten. Die „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses“ oder PRISMA fordern auch von den Autoren von Meta-Analysen, ihre eigenen Interessenkonflikte offen zu legen.

Sie müssen in den Meta-Analysen jedoch die Interessenkonflikte der randomisierten Studien nicht referieren. Es wundert deshalb nicht, dass nur 2 von 29 Meta-Analysen, die Michelle Roseman von der McGill University in Montreal überprüft hat, diesbezügliche Angaben machten, obwohl zwei Drittel der in den Meta-Analysen bewerteten Studien industriegesponsert waren.

In sieben Meta-Analysen gab es sogar in allen verwendeten Studien mindestens einen Interessenkonflikt. Roseman befürchtet nun, dass Meta-Analysen genutzt werden könnten, um Interessenkonflikte zu verdecken.

Die Leser könnten glauben, es seien nur unabhängige Studien verwendet worden oder die Autoren der Meta-Analyse hätten auf irgendeine Weise den möglichen Einfluss des Sponsoring eliminiert. © rme/aerzteblatt.de

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