Politik

Junge Union fordert CDU und CSU zu PID-Verbot auf

Donnerstag, 10. März 2011

Berlin – Wenige Tage vor der ersten parlamentarischen Beratung über die Präimplantationsdiagnostik hat sich die Junge Union entschieden gegen Gentests an Embryonen ausgesprochen. „Der Schutz des Lebens, gerade auch des ungeborenen, hat für uns weiterhin Priorität“, erklärten JU-Chef Philipp Mißfelder (CDU) und seine Stellvertreterin Dorothee Bär (CSU) am Donnerstag in Berlin.

Eine Legalisierung der PID würde ungeborenes Leben massiv gefährden. Zur PID liegen drei Anträge vor, über die am 17. März erstmals im Bundestag beraten wird.

„Als Junge Union sind wir in unserem Handeln dem christlichen Bild vom Menschen verpflichtet. Das gilt für diese elementare Frage der Ethik in besonderem Maß“, erklärte Bär und Mißfelder. Aus Sicht der Jungen Union führe die Methode unweigerlich dazu, „nach wertem und unwertem Leben zu sortieren“. Diese Unterscheidung sei nicht hinnehmbar.

„Jeder Mensch besitzt von Beginn an eine unveräußerliche, personale Würde“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung weiter. Erfahrungen mit der bereits zugelassenen Pränataldiagnostik zeigten, dass die Anwendungsbereiche mit jeder neuen Methode, wie auch der PID, stetig ausgeweitet würden.

Die beiden Bundestagsabgeordneten forderten ihre Parteien auf, bei der anstehenden Beratung im Bundestag auf den Schutz des Lebens zu dringen. Notwendig seien ebenfalls „eine breite gesellschaftliche Diskussion und verstärkte Aufklärung, um junge Menschen bei ihrer Entscheidung für das ungeborene Leben nicht alleine zu lassen“.

Die bislang vorliegenden drei Gesetzentwürfe werden jeweils von Abgeordneten aus allen Fraktionen unterstützt. Die Entwürfe reichen von einem kompletten Verbot der PID, über Ausnahmen von einem Verbot bis hin zu einer Zulassung unter strengen Auflagen. Am 17. März soll die politische Debatte im Bundestag beginnen, in der alle Abgeordneten ohne Fraktionszwang, also nach ihrer persönlichen Überzeugung entscheiden sollen. © dapd/aerzteblatt.de

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