Jahreszeit der Geburt könnte Sterblichkeit beeinflussen
Mittwoch, 16. März 2011
Greifswald – Einen Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und der Jahreszeit der Geburt hergestellen konnten Greifswalder Wissenschaftler bei der Analyse von mehr als sechs Millionen Todesfällen zwischen 1992 und 2007 in Deutschland, die auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen waren.
Die Wissenschaftler um Thorsten Reffelmann von der Klinik für Innere Medizin B (Kardiologie) der Universitätsmedizin Greifswald publizierten ihre Studie im Journal of the American College of Cardiology (2011;57:887-888).
Frauen, die im November geboren waren, wurden im Durchschnitt 7.3 Monate älter als Frauen, die im Mai geboren waren. Männer mit Geburtstag im November wurden sogar 11.7 Monate älter als solche, die im Mai zur Welt kamen.
Diese Abhängigkeit war in allen analysierten Untergruppen festzustellen, sowohl in nördlichen und südlichen Bundesländern, in Bundesländern mit hoher Lebenserwartung und relativ niedriger Lebenserwartung, als auch in ländlichen Gegenden und in Großstädten.
„Wir können über die Faktoren, die in unseren ersten Lebensmonaten vor oder nach der Geburt einen so prägenden Einfluss auf das Herz-Kreislauf- Risiko ausüben, derzeit nur spekulieren“, sagte Reffelmann.
Neben meteorologischen Daten oder der Sonnenlichtexposition seien auch viele andere Einflussgrößen denkbar. Nahrungsangebot und Ernährungsgewohnheiten in der Schwangerschaft, Luftverschmutzung oder Infektionskrankheiten im Laufe eines Jahres oder auch das Ausmaß körperlicher Bewegung, welches ebenfalls jahreszeitlichen Schwankungen unterliege. © hil/aerzteblatt.de
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