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Wissenschaftler stoppen Apoptose in der Leber

Donnerstag, 17. März 2011

Hannover – Einen zentralen Mechanismus im menschlichen Erbmaterial, der den Selbstmord von Leberzellen steuert, haben Wissenschaftler am sogenannten Twincore und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entdeckt.

Die Arbeitsgruppe um Michael Ott, Leiter der Translationalen Forschergruppe Zell- und Gentherapie am Twincore sowie Amar Deep Sharma und Tobias Cantz aus der Nachwuchsforschergruppe Stammzellbiologie des Exzellenzclusters Rebirth an der MHH haben ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Hepatology publiziert (doi 10.1002/hep.24243).

„Wir haben in Maus-Zellen künstlich die Apoptose ausgelöst und uns dann angeschaut, ob wir unter den 600 bekannten sogenannten MicroRNAs besondere Aktivitäten beobachten können“, erklärte Cantz.

Elf der 600 bekannten Maus-MicroRNAs wurden während des ablaufenden Apoptose-Programms in der Leber auffallend stark aktiviert und die in den Maus-Zellen am stärksten aktivierte MicroRNA fanden die Wissenschaftler auch in menschlichen Zellen.

Dieses eine für Mensch und Maus besonders wichtige Steuermolekül heißt miR-221 und bremst die Apoptose. Es regelt die Produktion eines Eiweißstoffes herunter, der eine zentrale Rolle in dem komplizierten Ablauf spielt: „p53-up-regulated modulator of apoptosis“, kurz PUMA.

Mit dem Eiweißmolekül PUMA treibt die Zelle den Selbstmord voran und wenn die MicroRNA „miR-221“ die Produktion von PUMA bremst, bremst sie gleichzeitig die gesamte Apoptose.

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„Wir haben in Mäusen die Apoptose der Leber künstlich ausgelöst und konnten durch die Überexpression von miR-221 die Apoptose so stark bremsen, dass wir diese MicroRNA als Therapeutikum für die Klinik entwickeln wollen“, sagt Sharma.

Die MicroRNA lässt sich einfach synthetisch herstellen und muss chemisch noch so verändert werden, dass sie sich über die Blutbahn in die Leberzellen einschleusen lässt. „Bis dahin ist es freilich noch ein langer Weg“, betonte Ott, „aber dann wird uns miR-221 in der Klinik zumindest die Zeit verschaffen, die wir benötigen, um für den Patienten eine Spenderleber zu finden.“ © hil/aerzteblatt.de

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