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Kaiser­schnitt-Geburten auf neuem Höchststand

Mittwoch, 23. März 2011

Wiesbaden – Noch nie haben so viele Schwangere in Deutschland per Kaiserschnitt entbunden: Im Jahr 2009 waren es 201.480 und damit 31,3 Prozent der 644.274 Frauen, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte. Der Anteil der operativ zur Welt gebrachten Babys wird von Jahr zu Jahr größer: 2008 lag er noch bei 30,2 Prozent und hatte erstmals überhaupt die 30-Prozent-Marke überschritten.

2009 wurden 656.265 Kinder im Krankenhaus geboren; der Unterschied zur Zahl der Mütter ergibt sich aus Mehrlingsgeburten. Darunter waren 2.010 Totgeborene. Die Gesamtzahl der Geburten ist seit Jahren rückläufig und betrug 2009 laut Statistischem Bundesamt 667.464. Daraus ergibt sich, dass 11.199 Babys zu Hause zur Welt gebracht wurden.

Die prozentual meisten Kaiserschnitt-Geburten gab es 2009 im Saarland (38,4 Prozent von 7.262 Entbindungen in Kliniken), gefolgt von Hessen (34,0 Prozent von 47.827), Bayern (33,1 Prozent von 100.405), Schleswig-Holstein (32,8 Prozent von 19.295), Baden-Württemberg (32,7 Prozent von 87.255, Rheinland-Pfalz (32,6 Prozent von 30.089), Nordrhein-Westfalen (32,5 Prozent von 141.359), Niedersachsen (32,3 Prozent von 57.730) und Bremen (31,3 Prozent von 7.741).

Anteil in Sachsen am geringsten
In sieben Bundesländer ist die Zahl der Kaiserschnitt-Entbindungen unterdurchschnittlich: In Hamburg waren es 28,0 Prozent von 19.410 Geburten in Kliniken, in Mecklenburg-Vorpommern 27,9 Prozent von 12.452, in Berlin 26,6 Prozent von 33.105, in Brandenburg 26,3 Prozent von 14.605, in Thüringen 26,1 Prozent von 15.763, in Sachsen-Anhalt 26,0 Prozent von 16.625 und in Sachsen 22,6 Prozent von 33.351.

Die Statistiker berichteten zudem, dass in drei Bundesländern der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt im Vergleich zu 2008 gesunken ist: in Bremen (minus 1,7 Prozentpunkte), Brandenburg (minus 1,0) und Hamburg (minus 0,1) In allen anderen Bundesländern ist die Kaiserschnittrate gestiegen. Niedersachsen verzeichnete mit einem Plus von 2,4 Prozentpunkten die höchste Steigerung im Vergleich zu 2008.

Mit Hilfe der Saugglocke (Vakuumextraktion) wurden 2009 insgesamt 33.418 Babys zur Welt gebracht, das sind 5,2 Prozent aller Entbindungen im Krankenhaus. Per Zangengeburt waren es 4.247, das sind 0,7 Prozent.

Der Anteil der Entbindungen mit Hilfe der Saugglocke liegt in Berliner Krankenhäusern am höchsten (8,0 Prozent), in Thüringen am niedrigsten (2,8 Prozent). Die anteilig meisten Zangengeburten gab es in Brandenburg (2,1 Prozent), die wenigsten in Berlin und Schleswig-Holstein (jeweils 0,2 Prozent).

Entbindungen fanden im Jahr 2009 in 822 von 2.084 Krankenhäusern Deutschlands statt, das sind 39,4 Prozent, 2008 gab es noch in 842 (40,4 Prozent) von 2.083 Krankenhäusern Geburten. © dapd/aerzteblatt.de

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QUAG
am Mittwoch, 6. April 2011, 12:49

Korrektur

Die falsche Aussage wurde entfernt.
Danke an die Redaktion.
DiemoSchaller
am Montag, 28. März 2011, 15:57

Zahlenwirrwarr?

Wo sind die unten monierten Zahlen?
Wurde der Artikel später überarbeitet?
Insofern wären diesbezügliche Angaben sinnvoll.
QUAG
am Freitag, 25. März 2011, 10:51

Zahl stammt nicht vom stat. Bundesamt

In der Pressemitteilung des stat. Bundesamtes wird die Zahl von 328 Totgeborenen nicht genannt, auch nicht die Zahl von 11.199 Geburten zu Hause (diese Zahl wird statistisch nicht erfasst). Hier scheint der Autor eine eigene Interpretation eingefügt zu haben. Tatsache ist, dass es in 2009 bei 10.365 begonnenen außerklinischen Geburten (davon 1.613 unter der Geburt in eine Klinik verlegt) neun Totgeburten und 13 verstorbene Kinder nach der Geburt gab, somit 22 Kinder für die p.M. - entspricht 2,3 Promille.
Zwei weitere Kinder starben nach dem 7.LT
Die genannte Zahl kann herrühren von betreuten Spätaborten und eingeleiteten Fetoziden. Wenn diese Kinder über 500g wogen gelten sie als Totgeburt. Diese werden oft nicht in den Geburtsstatistiken geführt, weil die Betreuung auf einer gynäkologischen Station erfolgt oder eine separate Dokumentation (andere DRG) statt findet.
Hebamme Anke Wiemer, Geschäftsführerin der "Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V."
Dr. A. Jantzen
am Donnerstag, 24. März 2011, 13:53

Wie kommen die Zahlen zustande?

Wie kommt der Autor denn auf die Zahl von 328 Totgeborenen unter den außerklinisch geborenen Kindern? Laut QUAG-Studie 2009 (Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe) gab es im Jahr 2009 unter den 10.382 dokumentierten außerklinischen Geburten 24 Totgeburten, die perinatale Todesrate bei geplanten außerklinischen Geburten liegt danach bei 0,23%.
Auch wenn man noch Totgeburten unter den nicht dokumentierten außerklinischen Geburten anzunehmen sind, erklärt das doch nicht diese deutliche Differenz in den Zahlen.

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