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Tamoxifen: Mehr Rezidive und Herzerkrankungen nach frühem Absetzen

Mittwoch, 23. März 2011

London – Patientinnen mit einem postmenopausalen Mammakarzinom sollten die Hormontherapie mit Tamoxifen unbedingt über die gesamten 5 Jahre durchführen. Eine Beendigung nach 2 Jahren führte in einer randomisierten klinischen Studie im Journal of Clinical Oncology (2011; doi: 10.1200/JCO.2010.32.2933) nicht nur zu einer erhöhten Rate von Brustkrebsrezidiven. Tamoxifen schützte jüngere Patientinnen auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wegen der klimakterischen Beschwerden, die Tamoxifen aufgrund seiner antiöstrogenen Wirkung auslöst, ist die Hormonbehandlung bei den Patientinnen unbeliebt. Die britische Stiftung Cancer Research UK geht davon aus, dass etwa die Hälfte aller Patientinnen die Therapie frühzeitig abbricht. Im der “Over 50s”-Studie wurde untersucht, ob ein Absetzen des Medikaments nach 2 Jahren sicher ist.

Zwischen 1987 und 1997 beteiligten sich fast 3.500 Patientinnen im Alter von 50 bis 81 Jahren an der Studie. Unter der Leitung von Allan Hackshaw vom University College London Cancer Trials Centre wurden sie nach 2 Jahren Hormonbehandlung auf eine Fortsetzung über 3 Jahre oder einen Abbruch randomisiert.

Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen: Der frühzeitige Abbruch war mit einem Anstieg der Rezidivrate von 40 auf 46 Prozent verbunden. Auf 100 Frauen, die Tamoxifen über 5 statt 2 Jahre einnehmen, kommen 5,8 Frauen weniger mit einem Tumorrezidiv. Das Risiko eines kontralateralen Mammakarzinoms sank relativ um 30 Prozent.

Die Studie dokumentiert einen Zusatznutzen des Medikaments: Frauen, die die Therapie über 5 Jahre einnehmen, dürfen danach auf eine Minderung ihres kardiovaskulären Risikos hoffen. Diese protektive Wirkung war allerdings nur in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen signifikant.

Hier kam es allerdings um eine Reduktion der kardiovaskulären Ereignisse um relativ 35 Prozent und der kardiovaskulären Todesfälle um relativ 59 Prozent. Es könnte sich für Frauen mit Frühkarzinom demnach ohnen, die klimakterischen Nebenwirkung der Therapie zu ertragen. © rme/aerzteblatt.de

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