Neue Stiftung soll Situation Todkranker verbessern
Freitag, 25. März 2011
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| Birgit Weihrauch /ddp |
Berlin – Angesichts der alternden Gesellschaft will die neue
Deutsche Hospiz und Palliativ Stiftung mehr ehrenamtliche Mitarbeiter für die Betreuung todkranker Menschen gewinnen und die häusliche Versorgung verbessern.
Darüber hinaus müssten in allgemeinen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern die Ärzte besser dafür qualifiziert werden, sagte die Stiftungsvorsitzende Birgit Weihrauch am Freitag in Berlin. Derzeit engagieren sich rund 80.000 Ehrenamtliche in der Hospiz- und Palliativarbeit.
Die Stiftung nahm am Freitag mit Konstituierung des Stiftungsrats ihre Arbeit auf. Sie wurde auf Initiative des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands gegründet, dem Dachverband von nahezu 1.000 Hospizvereinen und Palliativeinrichtungen. Schirmherrin ist die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering ist Mitglied des Stiftungsrats.
Weihrauch sagte: „Die Hospizbewegung und die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen lebt vom bürgerschaftlichen Engagement.“ Gerade angesichts der demografischen Entwicklung müsse man darauf setzen.
Die Stiftung wolle dafür Sorge tragen, dass das Bewusstsein der Gesellschaft für das Leid der schwerstkranken und sterbenden Patientinnen und Patienten, ihrer Familien und Freunde steige. „Schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Familien bedürfen unserer dringenden Hilfe“, fügte sie hinzu.
Akademie als Basis
Die Stiftung werde vielfältige Projekte initiieren, sagte Weihrauch. Schwerpunkt sei der Aufbau und Betrieb der Deutschen Hospiz- und Palliativ-Akademie. Sie solle die notwendige Basis bieten für eine fundierte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Für ein würdevolles Sterben in Deutschland müsse noch viel getan werden.
Sie kritisierte, bislang hätten sich die Hospize zu 90 Prozent um Krebskranke gekümmert. „Wir haben uns aber viel zu wenig um Menschen mit anderen Diagnosen als Krebs gekümmert, um alte Menschen in Pflegeeinrichtungen und um Demenzkranke.“
Zudem sei die häusliche Versorgung noch erheblich verbesserungsbedürftig. Die meisten Menschen wollten zu Hause sterben können. Wenn die Angebote gut umgesetzt würden, bestünde bei vielen Menschen auch nicht mehr der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe, betonte sie.
Mit anderen Hospizstiftungen, die hauptsächlich auf regionaler und lokaler Ebene wirkten, arbeite man zusammen, betonte sie. Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospizstiftung vertrete dagegen keine Hospize. Daher gebe es keine Berührungspunkte.
„Sterben gehört zum Leben dazu“
Ulla Schmidt betonte, die Würde des Menschen müsse bis zur letzten Minute gewahrt bleiben. Im normalen Krankenhausbetrieb erführen die Menschen nicht die Zuwendung im Sterbeprozess, die sie benötigten. Jeder Schwerkranke habe aber den Anspruch auf palliative Versorgung.
Müntefering sagte, es sei wichtig, sich das Thema bewusst zu machen. „Sterben gehört zum Leben mit dazu.“ Man müsse lernen, unbefangen darüber zu sprechen. Er wies darauf hin, dass es derzeit rund vier Milionen Menschen über 80 Jahre gebe. 2050 würden es zehn Millionen sein.
In Deutschland gibt es den Angaben zufolge 180 stationäre Hospize und 1.500 ambulante Hospizdienste. 2010 starben rund 20.000 Menschen in stationären Hospizen. © dapd/aerzteblatt.de
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