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Krankenkassen: Es gibt zu viele Arztpraxen

Montag, 28. März 2011

Berlin – In Deutschland gibt es aus Sicht der Krankenkassen zu viele Arztpraxen. „Es gibt zu viele Ärzte mit eigener Praxis“, sagte die Vorstandschefin des Spitzen­verbands der Kranken­kassen, Doris Pfeiffer, der Tages­zeitung Die Welt vom Samstag.

Die Zahl der niedergelassenen Ärzte sei in den vergangenen 20 Jahren um 45.000 gestie­gen. Das Bundes­gesund­heitsministerium widersprach und erklärte, es gebe nicht zu viele, sondern zu wenige Ärzte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warf Pfeiffer vor, sie verkenne die Realität.

Die Praxen seien bundesweit ungleich verteilt, betonte Pfeiffer. Sie forderte Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) deshalb auf, die Überversorgung abzubauen: „Ich versuche den Minister davon zu überzeugen, dass man die Unterversorgung, die er beklagt, nur beseitigen kann, wenn man auch die Überversorgung abbaut.“

Eine Sprecherin Röslers verwies auf die Alterung der Bevölkerung. Dadurch steige der Bedarf an medizinischer Versorgung. „Deshalb müssen wir nicht nur das Angebot in bisher unterversorgten Regionen verbessern. Wir brauchen zugleich mehr und nicht weniger Ärzte, um die künftige Versorgung sicherzustellen“, betonte die Sprecherin.

Die KBV verwies auf die Studie der Bundesärztekammer und der KBV, nach der bis zum Jahr 2020 im ambulanten Bereich rund 52.000 Ärzte ersetzt werden müssen. Vor allem in der Basisversorgung würden bald die notwendigen Ärzte fehlen. Daher handele Pfeiffer mit ihren Äußerungen nicht im Sinne der Versicherten.

Nach Vorstellungen des Kassenverbands sollen die Ärzte in Zukunft die Erlaubnis zur Behandlung von Kassenpatienten nur noch auf Zeit erhalten. „Bis jetzt kann jeder Arzt die Lizenz, mit Krankenkassen abzurechnen, am Ende seines Berufslebens verkaufen. Es wäre besser, wenn die Zulassung als Kassenarzt nur noch auf Lebenszeit vergeben würde“, sagte Pfeiffer. Sie würde automatisch erlöschen, wenn ein Arzt sich zur Ruhe setzt.

Die KBV betonte, dass dies heute schon so sei: „Die Zulassung erlischt am Lebensende beziehungsweise mit dem Ende der vertragsärztlichen Tätigkeit. Ärzte erhalten sie vom Zulassungsausschuss von Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen. Jeder Arzt muss seine Zulassung dort beantragen, auch wenn er eine Praxis übernehmen will.“

Darüber hinaus sei der Verkauf der Praxis für den Inhaber eine wesentliche Absicherung im Falle einer Berufsaufgabe. Dass der Arzt kontinuierlich wie in einem mittelständischen Unternehmen in seine Praxis investiere, käme auch dem Patienten zugute. Daher muss hier langfristig Sicherheit geschaffen werden, um die Attraktivität der ambulanten Tätigkeit zu steigern, hieß es aus der KBV. © dapd/mis/aerzteblatt.de

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harlekin2000
am Donnerstag, 31. März 2011, 08:04

Erst auf Steuerzahlerskosten studieren

und dann nicht zum Minensuchen nach Afghanistan. Hat da die FDP bei der ehrenhaften Entlassung von Herr Rössler mitgewirkt. Andere haben ja nicht den Vorzug. Sehr misteriös und Sie haben mein Misstrauen noch mehr geweckt.
Ausserdem: Wenn er nicht Manns ist Seehofer die Schranken zu weisen, dann braucht er auch kein Gesundheitsministerium zu leiten.
Und nur zur Erinnerung: Die wesentlichen Grundlagen für das heutige Desaster wurde durch eine CDUFDP Regierung gelegt, genauso wie der grösste Sozialabbau deutscher Geschichte durch eine rotgrüne Regierung.
Senbuddy
am Mittwoch, 30. März 2011, 09:39

Harlekin2000 - auch zu korrigieren

Herr Rösler gehört keineswegs in die gleiche Kategorie.

Wenn Ulla Schmidt, Karl Lauterbach, diese o.g. Frau Pfeiffer oder ähnliche Planwirtschaftler mehr zu sagen hätten, würden die seit langem viel zu mächtigen GKVen noch viel mehr aus dem Ruder gelaufen sein.

Herr Rösler hat aber grundsätzlich die richtige Richtung: Nämlich die GKVen und deren Dirigismus zu bremsen. Er wird nur aus der eigenen Koalition (immer aus Bayern von der CSU) selbst auch immer wieder ausgebremst.

Wenn man ihn nur lassen würde.... er würde vieles richten. Und übrigens: Er wurde ehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen.

Viele Grüße
S.
harlekin2000
am Mittwoch, 30. März 2011, 08:07

Henry I nur eines wäre zu korrigieren.

Herr Rössler gehört in die gleiche Kategorie. Studiert auf Bundeswehrkosten und dann fahnenflüchtig ins Gurkentruppenkabinett Mutti. Und was kam bisher von ihm: heisse Luft.
Henry I
am Dienstag, 29. März 2011, 22:21

Ob Pfeiffer oder Lauterbach - alles dieselben Pfeifen

Längst haben sich die "gesetzlichen Krankenkassen" zum genuinen Feind medizinischer Versorgung erhoben.
Die Hehler des Zwangsbeitrages der Versicherten stellen sich in immer unverschämterer Weise zwischen das akademische Proletariat - hauptsächlich Ärzte und Schwestern - und die Patienten.
Können sie beide - Patient und Leistungserbringer - gegeneinander ausspielen, bleibt mehr übrig für ihre eigene Alimentierung und politische Hebelkraft.
Das Schauspiel wird immer grotesker, je mehr das Gesundheitssystem den BAch herunter geht.
Herr Rösler - liquidieren Sie die "gesetzlichen Krankenkassen" - eine "deutsche gesetzliche Krankenkasse" oder die Finanzierung aus Steuerausgaben reicht völlig aus.
polmu
am Dienstag, 29. März 2011, 21:58

Was denn nun?

Gibt es zu viele Arztpraxen oder zu viele Ärzte in eigener Praxis? Egal, die "Endlösung", die Leute wie Frau Pfeiffer anstreben, ist uns allen klar!
Bruddler
am Dienstag, 29. März 2011, 13:57

KBV fällt ihren Mitgliedern in den Rücken

Die Behauptung, der Verkauf der Praxis sei eine wirtschaftliche Absicherung, ist in den meisten Fachgebieten längst blanker Zynismus. Ein Arzt kann sich glücklich schätzen, wenn er von einem Nachfolger überhaupt noch ein paar Tausend Euro bekommt, die seine nachlaufenden Kosten decken. Manche Arztpraxis wird für einen symbolischen Euro verkauft. Die KBV weiss das ganz genau. Deshalb sind ihre Äußerungen verantwortungslos.
Businesspaar
am Dienstag, 29. März 2011, 08:03

Wieder ein Beitrag zur allgemeinen Belustigung? ...

... oder die Frage; Wem glauben wir denn dieses Mal??

Eines steht fest, das "Praxissterben" ist so gewollt, und nicht anders!!

Gesundheit wird, oder ist längst zu einem Luxusgut "verkommen".

Mal sehen wann die allgemeine Veruntreuung der Mitgliederbeiträge ein Ende findet?!

Das gilt übrigens für sich Bereichernden!!!
nogga
am Dienstag, 29. März 2011, 07:38

Von Krankenkassen´s Gnaden

Umgekehrt wird ein Schuh d´raus.
Es gibt zu viele Krankenkassen, die Patientenbeiträge fuer ihre Administration
und Mangergehälter vereinnahmen, ehe etwas bei Ärzten und ihren Patienten ankommt.
In Skandinavien reicht eine Kasse. In Deutschland sind sie von 300 auf nun ca 150 geschrumpft, das sind immer noch 149 zu viel.
Thelber
am Montag, 28. März 2011, 20:43

sicher kann man im Gesundheitswesen hier und dort noch sparen ....

.... insbesondere im Bereich der Verwaltung(sarbeit). Gerne würde ich weniger darauf achten müssen, welche Kassenabrechnung wie bewerkstelligt werden muss, damit ich nicht Pleite gehe.

Dann sind auch einige Dutzend Vorstände von Krankenkassen ebenso wie dieselben mehr wie flüssig (=überflüssig), für die Basisversorgung täte es eine einzige Kasse. Dann müssten die verschiedenen gesetzlichen Kassen auch nicht mit unterschiedlichen "Bonustarifen" oder ähnlichem Krimskrams im Sinne der Gesunderhaltung ihrer Mitglieder sinnfreie Maßnahmen finanzieren ...
chrelli
am Montag, 28. März 2011, 19:31

Einladung

Hallo, Frau Pfeiffer! Ich lade Sie sehr herzlich in meine neurologische Facharztpraxis nach Wuppertal ein. Sie werden dann sehen, dass ich bei um die 40 Patienten täglich und Voranmeldungen bis 3 Monate voraus völlig überflüssig bin und die Versorgung meiner Patienten spielend von der Ambulanz des Krankenhaus übernommen werden kann. Die Patienten und ich freuen uns sehr auf Ihren Besuch!!
forum-ab
am Montag, 28. März 2011, 19:05

Das Ziel ist erreicht

Alleine die Äußerung von Frau Pfeiffer genügt um viele junge Kollegen davon abzuhalten in Praxen einzusteigen und Kredite aufzunehmen.
Die Attraktivität der Niederlassung wird durch erzeugen von Ängsten si weiter vermindert.
Die auch ohne diesen Unfug zu erwartende Minderversorgung die wir in den nächsten Jahren kriegen wird so noch verstärkt.
Frau Pfeiffer i-mit Iihren regelmäßigen demagogeischen und manipulativen Falschaussagen ist so eiigentlich kein Gesprächspartner mehr
für seriöse Gesundheitspolitik.
Die Ärzteschaft sollte dies der Politik klar machen.
Senbuddy
am Montag, 28. März 2011, 13:48

Kann man die GKV - Spitzenleute noch ernst nehmen ?

Man merkt aus diesen Kreisen immer wieder, dass Fakten einseitig ausgelegt werden, um gezielte Desinformation zu verbreiten.

Von "Überversorgung" zu reden, ist reine Demagogie, wenn man dabei den Bedarf "mal eben" wegläßt. Solche gezielten Falschmeldungen geschehen aber vor allem, um niedergelassene Ärzte und auch das Gesundheitsministerium zu diskreditieren.

Und wenn man die Ideen zur zeitlichen Vergabe von "Behandlungserlaubnissen" hört, kann man nur froh sein, dass das nicht die GKVen zu bestimmen haben. Aber wenns mal so weit kommt, sollte man bereit sein, sofort die Kassenzulassung zurück geben.

Am besten alle.
Viele Grüße
S.
harlekin2000
am Montag, 28. März 2011, 08:59

Richtig und zu viel Krankenkassen!!!

Alle auflösen!!! Und eine Pfeiffer zu viel: Rauswerfen!!!

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