Politik

Söder will Organspende „zum Normalfall“ machen

Montag, 28. März 2011

München – Die CSU will die Organspendenbereitschaft in Deutschland erhöhen und dazu die Gesetze verschärfen. Gesundheitsminister Markus Söder plant eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel, dass künftig jeder Bürger als Organspender gilt, solange er nicht zu Lebzeiten selbst oder Angehörige einer Organentnahme widersprochen haben. Das geht aus einem Positionspapier aus seinem Ministerium hervor, wie die Süddeutsche Zeitung vom Samstag berichtet.

Der CSU-Politiker sagte der Zeitung, mit dem von ihm favorisierten Modell werde in Deutschland „die Organspende zum Normalfall“. Bislang kommt als Spender nur infrage, wer einer Organentnahme ausdrücklich zugestimmt hat.

Nach Ansicht Söders sind trotz großer Aufklärungskampagnen immer noch zu wenige Menschen bereit, einer Organentnahme zuzustimmen. „Der große Mangel an Spenderorganen zeigt, dass die in Deutschland geltende Zustimmungsregelung ohne durchschlagenden Erfolg ist“, heißt es in dem Positionspapier. © dpad/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

doc.nemo
am Dienstag, 29. März 2011, 09:48

Widerspruchsregelung

Ob die Organspende durch eine Widerspruchsregelung zum „Normalfall“ wird, ist eher unwahrscheinlich. Sie gilt in Europa aber bereits in Luxemburg, Polen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Von Missständen, wie sie chiemwast beschwört, hört man allerdings nichts aus diesen Ländern.
chiemwast
am Montag, 28. März 2011, 21:11

Söder will Organspende „zum Normalfall“ machen

Wenn wir den neuen Personalausweis beantragen, kostet uns der Stempel 28 Euronen. Wenn wir unser Eigenstens, unsere Organe, spenden müssen - sollten wir uns nicht vehement dagegen sträuben - kommt nichts dafür?
Ich befürworte den Organhandel und die dadurch möglichen Missstände gewiss nicht. Aber werden Missstände nicht auch durch die generelle Freigabe gefördert?
Wenn fürstlich bezahlte Ethikräte, -kommissionen oder ähnlich Beteiligte künftig über Leben und Verstorben entscheiden, damit die pauschal freigegebenen Organe entnommen werden können, so ist mein Vertrauen dazu nicht besser als zu Organhändlern.
Statt weitere Gesetze zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger einzuführen, sollten sich die Entscheidungsträger etwas besseres einfallen lassen. Zum Beispiel die Übernahme der Beerdigungskosten im Falle einer notwendigen Organspende, wenigstens noch für die trauernden Angehörigen.
5.000 News Politik

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige