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Multiple Sklerose: Marihuana beeinträchtigt Kognition

Dienstag, 29. März 2011

Toronto – Der langjährige Marihuana-Konsum war in einer kleinen Fall-Kontroll-Studie in Neurology (2011; 76: 1153-1160) bei Patienten mit multipler Sklerose (MS) mit signifikant schlechteren Ergebnissen in kognitiven Tests assoziiert.

Einige MS-Kranke nutzen Marihuana, um Schmerzen zu lindern und Spastiken zu mindern. Die Praxis ist in Deutschland illegal und der medizinische Wert unter Experten umstritten. Jeder mögliche Vorteil müsse zudem sorgfältig gegen die möglichen Folgen für die kognitive Leistungsfähigkeit abgewogen werden, schreibt die American Academy of Neurology in ihrer Pressemitteilung zu den Ergebnissen einer Studie aus Kanada.

Im Auftrag der dortigen Multiple Sclerosis Society hatte Anthony Feinstein von der Universität Toronto 50 MS-Patienten neuropsychologisch untersucht. Die Hälfte der Patienten waren langjährige Marihuana-Raucher.

Durchschnittlich hatten sie die Cannabis-Droge seit 26 Jahre konsumiert: 18 Patienten gaben an, täglich Marihuana zu rauchen, 6 konsumierten die Droge einmal wöchentlich, ein Patient im Durchschnitt alle 2 Wochen.

Feinstein fand heraus, dass die kognitiven Fähigkeiten der Cannabis-Konsumenten signifikant gegenüber den Testergebnissen der anderen Gruppe von 25 MS-Patienten abfielen, die niemals Marihuana geraucht hatten.

Diese Patienten hatten das gleiche Alter und Geschlecht der Konsumenten. Auch Ausbildung, IQ vor der Diagnose sowie die Dauer und das Ausmaß der Behinderungen durch die multiple Sklerose waren in beiden Gruppen gleich, was bei Fall-Kontrollstudien eine wichtige Voraussetzung für einen fairen Vergleich ist.

Feinstein führte eine ganze Reihe von Tests durch und in vielen fielen die Leistungen der Marihuana-Konsumenten deutlich hinter denen der Vergleichsgruppe zurück. In einem Test zur Denkgeschwindigkeit waren sie zu einem Drittel langsamer, berichtet Feinstein. Die Marihuana-Konsumenten wurden auch zweimal so häufig als kognitiv beeinträchtigt eingestuft, weil sie in zwei oder mehr Aspekten der Intelligenzleistungen Defizite aufwiesen.

Die Ergebnisse sind für Feinstein auch deshalb beunruhigend, weil es bei 40 bis 60 Prozent der MS-Patienten krankheitsbedingt zu Problemen der kognitiven Funktion komme. Dies sollten MS-Patienten bedenken, wenn sie sich zum Konsum von Marihuana entscheiden. © rme/aerzteblatt.de

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polmu
am Dienstag, 29. März 2011, 21:49

Ob der Verlust

kognitiver Fähigkeiten für einen an fortgeschrittener MS leidenden Menschen, der zu einem normalen Leben mit selbständiger Arbeit (= Einkommen) oder selbständiger Lebensführung (Pflegebedürftigkeit?) nicht mehr fähig, dafür aber mit Schmerzen reichlich gesegnet ist, wirklich so wichtig ist? Ich finde es grausam, dass selbst Menschen, die" ante portas" stehen, sich noch den Bedingungen der "political correctness" beugen müssen.

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