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Geriatrie: Sport und Diät halten adipöse Senioren fit

Donnerstag, 31. März 2011

Albuquerque – Der Nutzen von körperlicher Aktivität und einer Gewichtsreduktion im Seniorenalter ist umstritten. Vielen fällt es schwer, sich für eines von beiden zu begeistern. Eine randomisierte klinische Studie im New England Journal of Medicine (2011; 364: 1218-1229) zeigt jedoch, dass die Kombination aus Sport und Diät körperliche Funktion und Wohlbefinden der Senioren deutlich verbesserte.

Die 93 Teilnehmer der Studie, über die Dennis Villareal berichtet, waren 65 bis 85 Jahre alt, und sie wogen im Durchschnitt etwa 100 Kilo. Mit einem BMI von 37 waren sie ausgesprochen adipös, was aber in den USA nicht ungewöhnlich ist. Etwa 20 Prozent aller Senioren fallen in diese Gewichtsklasse.

Villareal verteilte die Senioren auf vier Gruppen. Ein Viertel durfte weiterleben wie bisher, ein Viertel nahm an einem Sportprogramm teil, ein Viertel wurde auf Diät gesetzt und das letzte musste beide Interventionen über sich ergehen lassen. Unter der Reduktionsdiät erhielten sie Senioren 500 bis 750 Kilokalorien weniger als sie zum Erhalt des Körpergewichts benötigten.

Sie nahmen rasch um 10 Prozent ab und konnten dieses Geweicht bis zum Ende der einjährigen Studie halten. Das Sportprogramm bestand aus drei wöchentlichen Trainingseinheiten zu jeweils 90 Minuten. Sie Senioren wurden dabei auf 65 Prozent, später auch auf 70 bis 85 Prozent ihrer maximalen Herzfrequenz belastet.

Am Ende des Jahres waren die Senioren wesentlich fitter als zu Beginn, berichtet Villareal. Ihre Leistungen im Physical Performance Test steigen in der Diätgruppe um 12 Prozent, in der Sportgruppe um 15 Prozent und in der Kombinationsgruppe um 21 Prozent.

Die Sauerstoffzufuhr im Ergometertest nahm um 10 Prozent nach der Diät, um 8 Prozent nach dem Sport und um 17 Prozent in der Kombinationsgruppe zu. Auch im Fragebogen zur Lebensqualität SF-36 gingen die Werte nach oben: Plus 10 Prozent in der Sportgruppe, plus 14 Prozent in der Diätgruppe und plus 15 Prozent in der Kombinationsgruppe.

Diese Ergebnisse sind für Villareal ein klarer Beweis dafür, dass Senioren durchaus etwas gegen ihre Fettleibigkeit unternehmen können und sollten. Er würde ihnen zur Kombination aus Sport und Diät geraten, da dies die möglichen negativen Auswirkungen auf Muskulatur und Knochendichte auffängt.

Die Diät allein führte nämlich zu einem Rückgang der Muskelmasse um 5 Prozent und einem Abbau der Knochenmasse um 3 Prozent. Unter der Kombination mit dem Sportprogramm konnten diese Verluste auf 3 Prozent (Muskelmasse) beziehungsweise 1 Prozent (Knochendichte) begrenzt werden. © rme/aerzteblatt.de

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