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Autismus-Gen beeinflusst Alkoholkonsum

Dienstag, 5. April 2011


London – Das Gen AUTS2 beeinflusst beim Menschen den Alkoholkonsum. Eine Variante, die eine internationale Forschergruppe in den Proceedings of the National Academy of Sciences (Online) beschreibt, scheint eine Abneigung gegen alkoholische Getränke zu vermitteln. Tierexperimentelle Studien bestätigen den Zusammenhang.

Das Gen wurde in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) entdeckt. Sie hatte die Trinkgewohnheiten von fast 48.000 Menschen europäischer Herkunft mit den Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) in Beziehung gesetzt. Die Forscher stießen dabei auf das Gen „autism susceptibility candidate 2“ oder AUTS2. Es wurde in früheren Studien mit autistischen Störungen und der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Verbindung gebracht.

In der GWAS war die gefundene Variante mit einem verminderten Alkoholkonsum assoziiert. Sie hatte also die gleiche Wirkung wie Varianten des Gens für das Enzym Alkohol-Dehydrogenase, die bei Menschen ostasiatischer Herkunft häufig eine Abneigung gegen den Alkoholkonsum auslösen.

Bei der Alkohol-Dehydrogenase lässt sich dies auf einen verminderten Alkoholabbau in der Leber erklären. Die Funktion von AUTS2 ist nicht bekannt. Es wird im menschlichen Gehirn exprimiert und dort vor allen in den Zentren des Belohnungssystems. Seine vermehrte Expression war hier mit einem geringen Alkoholkonsum verbunden.

Die Forscher haben daraufhin einen Mäusestamm untersucht, der zu Studien der Alkoholwirkung gezüchtet worden war. Auch hier beeinflusste die Expression von AUTS2 die Trinkmenge. Selbst bei Fruchtfliegen konnten die Forscher die Alkoholwirkung durch die Blockade eines verwandten Gens verändern. AUTS2 könnte deshalb speziesübergreifend in die Regulation des Alkoholkonsums eingreifen.

Die Entdeckung könnte von klinischer Bedeutung sein. Sie bildet einen Anreiz für die Entwicklung von Medikamenten, die die Wirkung von AUTS2 verstärken, um dadurch die Abstinenzbereitschaft bei Alkoholkranken zu fördern. © rme/aerzteblatt.de

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