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Progesteron-Gel verhindert Frühgeburten

Donnerstag, 7. April 2011

Bethesda – Eine verkürzte Cervix uteri zählt zu den wichtigen Risikofaktoren für eine Frühgeburt. In einer randomisierten Studie, die jetzt in Ultrasound in Obstetrics & Gynecology (2011; doi: 10.1002/uog.9017) publiziert wurde, konnte das Risiko um die Hälfte reduziert werden.

Die Studie wurde an 44 Zentren in zehn Ländern (soweit erkennbar ohne deutsche Beteiligung) durchgeführt. Insgesamt 465 Frauen mit einer Zervixlänge von 10 bis 20 Millimetern im transvaginalen Ultraschall, wendeten ab der 20. bis 24. Woche bis zur 37. Woche täglich ein Vaginal-Gel an.

Es enthielt entweder ein Placebo oder das Hormon Progesteron. Primärer Endpunkt war die Rate von Frühgeburten vor der 33. Gestationswoche. Sie wurde durch die topische Hormonbehandlung von 16,1 auf 8,9 Prozent beinahe halbiert, wie die Gruppe um Roberto Romero vom National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) in Bethesda/Maryland mitteilt.

Auch die Häufigkeit von vorzeitigen Wehen wurde im Zeitraum bis zur 28. Woche von 10,3 Prozent auf 5,1 Prozent und im Zeitraum bis zur 35. Woche von 23,2 Prozent auf 14,5 Prozent signifikant reduziert.

Auch die Situation der Neugeborenen verbessert sich. Es kam seltener zu einem respiratorischen Distresssyndrom (3,0 vs. 7,6 Prozent). Der Composite aus einer neonatalen Morbidität oder Mortalität (7,7 vs. 13,5 Prozent) war niedriger und das Geburtsgewicht höher. Der Anteil der Kinder unter 1.500 Gramm betrug 6,4 Prozent gegenüber 13,6 Prozent im Placebo-Arm.

Da die Anwendung des Gels nicht mit einer erhöhten Rate von Nebenwirkungen verbunden war, machen sich die Hersteller Columbia Laboratories, Inc. und Watson Pharmaceuticals Inc. berechtigte Hoffnungen, dass die Arzneibehörde FDA einem Zulassungsantrag zustimmen werde.

Im Februar hatte der Hersteller K-V Pharmaceutical eine Zulassung für das Präparat Makena® erhalten. Es enthält Hydroxy-Progesteron zur intramuskulären Injektion. Die Anwendung ist beschränkt auf Frauen mit einer Einzelschwangerschaft und Frühgeburten in der Vorgeschichte, die das Risiko einer erneuten Frühgeburt erhöhen. © rme/aerzteblatt.de

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