München – Die Barmer GEK in Bayern und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) haben einen Tonsillotomievertrag geschlossen, der Kindern einen schonenden ambulanten Eingriff zur Entfernung vergrößerter Gaumenmandeln ermöglicht. Die Kasse übernimmt ab sofort für bayerische Kinder zwischen zwei und sechs Jahren die Kosten für eine Mandelteilentfernung (Tonsillotomie).
Vergrößerte Gaumenmandeln können entstehen, wenn das Immunsystem häufig mit der Abwehr von Erregern beschäftigt ist oder immer wiederkehrende Entzündungen vorliegen. Das ist besonders bei Kleinkindern der Fall, da ihr Immunsystem erst lernen muss, Viren und Bakterien abzuwehren. Für die kleinen Patienten kann das weitreichende Folgen haben, wie zum Beispiel eine Beeinträchtigung der Atmung, eine nasale Aussprache oder Schlafstörungen.
„Eine Tonsillotomie hat gegenüber einer vollständigen Entfernung der Mandeln mehrere Vorteile: Zum einen bleibt wertvolles immunologisches Gewebe erhalten, zum anderen ist die Methode sanfter und bedeutet weniger Schmerzen“, unterstrich KVB-Vize Pedro Schmelz.
Um festzustellen, ob ein Kind für eine Tonsillotomie infrage kommt, muss zuerst ein Hals-Nasen-Ohrenarzt aufgesucht werden. Dieser klärt ab, ob spezielle Nebenerkrankungen oder andere Faktoren einen Eingriff verhindern. Die Operation selbst findet ambulant und unter Vollnarkose statt. Um den Heilprozess zu fördern, sind umfassende Nachuntersuchungen vorgesehen.
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