Hach, herrje, dass hier wieder die gleichen Leute in die gleiche Kerbe hauen müssen, war abzusehen.
Alle Kollegen, die ich kenne verdienen zu wenig und immer sind die anderen Schuld! Das Durchschnittsgehalt eines Niedergelassenen ist nun wirklich nicht von schlechten Eltern, vor allem dann nicht, wenn dazu noch die Einnahmen der Privaten kommen. In Diskussionen werden dann immer die Ärzte vorgeschoben, die weniger als 60k€ im Jahr haben. Andere erzählen mir dann wieder "wie soll ich denn von 100.000€ leben?".
Fakt ist, dass das KV System Schuld an der uneinheitlichen Verteilung ist und genau daran gilt es zu rütteln. Geld ist genug da, es wird nur falsch verteilt. Leider sitzen die Meistverdiener meist in den Positionen, dass sie solche Diskussionen schnell abblocken können.
Für die Gesellschaft ist unser Gejammer übrigens längst nicht mehr nachvollziehbar!
Daß wiederum immer die GKV Schuld sein soll, ist doch blanker Populismus! Natürlich wollen die sparen und ja, sie stecken sich auch viel Geld in die Taschen, aber wenn man sich nicht erst an die eigene Nase packt, sollte man sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.
Interessant finde ich es, dass die ganzen mehr oder weniger "informierten" Kollegen immer auf den GKV Zug aufspringen und mitschimpfen, wenn es darum geht, wirkliche Reformen durchzuboxen. Aber ich sehe mich hier auch auf dem verlorenen Posten. Vielleicht sollte ich auch "medizinisch gebotene Cremes" in meiner Praxis anbieten und mehr mit IGELn! Dann würde ich auch endlich mal so viel verdienen, wie die Ärzte, die meinen "Privat? Oh! Da müssen wir mal genaucher nachschauen, was sie wirklich haben!!". Leider ist das heute schon Standard und bei "Abzocke" denken hier viele gleich an viel Schlimmeres. Würde man alles zusammenziehen, läge die Abzocke vermutlich bei über 50%. Oder warum bekomme ich auch immer Gegenwind, wenn ich eine Aufstellung der abgerechneten Leistungen für den Patienten als Standard einfordere?
JEDER, der so eine Aufstellung für den Patienten nicht unterstützt, sollte nicht mit großen Worten um sich werfen. Dagegen gibt es nämlich kein einziges, glaubhaftes Argument.
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