Politik

Grüne: Die Medizin ist kein Ressourcen verschlingender Moloch

Dienstag, 26. April 2011

Berlin/Köln - Die Diskussion über die Priorisierung medizinischer Leistungen geht nach Ansicht der Grünen von einer falschen Voraussetzung aus. „In Teilen der Ärzteschaft wird seit längerer Zeit über die Priorisierung und Rationierung medizinischer Leistungen diskutiert. Ich halte die Zielstellung für falsch“, sagte Harald Terpe, Obmann der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestags­gesund­heitsausschuss, dem Deutschen Ärzteblatt.

„Damit werden Schreckensgemälde unterstützt, nach denen der Medizinbetrieb ein Moloch sei, der einen immer größeren Teil der gesellschaftlichen Ressourcen verschlinge. Dafür gibt es aber keine belastbaren Anhaltspunkte.“

Terpe, Arzt und Vorstandsmitglied der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, verwies darauf, dass der Anteil der Krankenversicherungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt weitgehend konstant sei:  „Steigende Beiträge sind vor allem Folge einer ungerechten Finanzierung.“

„Rationierung, Priorisierung oder Rationalisierung – vom Umgang mit begrenzten Ressourcen“ lautet auch ein Thema auf dem „Grünen Ärztetag“ am Samstag, den 14. Mai in Berlin.  Auf dem Podium diskutieren  Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Norbert Schmacke, Leiter der Koordinierungsstelle für Gesundheitsversorgungsforschun an der Universität Bremen, und Biggi Bender, gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion. Zur Eröffnung der Veranstaltung spricht Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer.  

Der Grüne Ärztetag findet zum ersten Mal statt. Die Grünen wollten mit der Veranstaltung zwei Wochen vor dem Deutschen Ärztetag in Kiel ein Zeichen setzen, dass sie Ansprechpartner für Ärztinnen und Ärzte seien, heißt es in Berlin.  In den Panels und Diskussionen soll es auch um das gewandelte Berufsbild und das Selbstverständnis der Ärzte gehen. Dies ist aus Sicht der Grünen  in der gesundheitspolitischen Diskussion zu selten Thema. © Stü/aerzteblatt.de

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Klemperer
am Samstag, 30. April 2011, 00:23

gebildet?

"hoffmanna" bescheinigt dem ärztlichen Berufsstand, eher gebildet und hoffentlich intellektuell über dem Schnitt zu liegen.
Falls es sich bei den Kommentatoren hier um Angehörige dieses Berufsstandes handeln sollte: so richtig schlau, analytisch und reich an gesundheitspolitischer Substanz finde ich das nicht gerade. Eher wird hier auf intellektuell nicht sehr hohem Niveau gejammert.
kai.holla
am Mittwoch, 27. April 2011, 15:31

Sozialismus pur

Wenn die Grünen bei der Bundestagswahl 2013 zusammen mit SPD oder CDU an den Drücker kommen wird der Sozialismus pur eingeführt. Da bisherige System wird dann endgültig gegen die Wand gefahren. Sozialismus und Realitätverweigerung passen ja schon seit jeher gut zusammen. Und die Gewerkschaft Marburger Bund ist als sozialistischer Transmissionsriemen dabei.

Henry I
am Dienstag, 26. April 2011, 20:23

@ hoffmanna:

Wohl gesprochen.
Welches "Label" auf dem Sozialismus klebt, ist für die Betroffenen letztendlich sekundär. Ob nun rot, grün oder stasirot, die Selbstbestimmung der Menschen bleibt dabei auf der Strecke.
Schon die wenigen, verschwommenen Worte des Grünlichen zeigen die Marschrichtung an:
Die Diskussion ist falsch, das Problem gibt es gar nicht. Das Thermometer wird beschuldigt, die Kesseltemperatur nicht anzuzeigen, sondern zu verursachen - kennen wir bei den Grünen ja auch von anderen Themen.
hoffmanna
am Dienstag, 26. April 2011, 18:47

Selbst schuld...

Wer den Grünen dieses Geschwafel glaubt, wird die Quittung dafür bekommen. Als eher gebildeter und hoffentlich intellektuell über dem Schnitt liegender Berufstand sollte die Ärzteschaft hoffentlich die Erinnerung an die Rot-Grüne Gesundheitsreform behalten und ALLES dafür tun, daß diese Menschenverachter nicht nochmals an die Macht im Bund kommen! Schlimm genug, daß ein derart unkritischer Beitrag im Ärzteblatt publiziert wird - fast schon mit Werbecharakter! Leider kann man das Papier-Ärzteblatt ja nicht "abwählen", Zwangsabo über die Kammer sei Dank, aber so langsam nervt die ständige Öko-Partei-Werbung! Sollte die Kammer nicht überparteilich agieren? Partei-Mitglieder in Vorständen von LÄK und BÄK sollten sonst vielleicht besser nicht mehr möglich sein?!
Dieter
am Dienstag, 26. April 2011, 12:28

"Ich glotz die Politik´"

Alles so schööön bunt hier!
Es ist doch irgendwie bei der "Farm der Tiere": Die Farben verwischen sich zusehens. Heute noch als elitärer Berufsstand gemobbt wird aus "GRÜN" ganz schnell "DIE MITTE" oder noch ein bisschen konservativer, wenn es genehm ist.
Tja, wer erstmals den Ministerpräsidenten in einem dazu erzkonservativen süddeutschen Bundesland wie BW stellt, hat die Frage zu entscheiden, ob und wie er überhaupt Politik machen kann.
Der neue Kuschelkurs gegenüber den doch jahrzehntelang verschmähten "elitären Berufsgruppen" hat einen Grund: Einfluss gewinnen!
Das hat nichts mit Einsichten zu tun, sondern nur mit Kalkül.
Dazwischen tummelt sich ein bisschen Bundesärztekammer, denn der Hamburger Montgomery darf (natürlich) nicht fehlen, wenn eine Kamera in der Nähe sein könnte. Na dann, viel Spaß beim kuscheln.
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