Rockville – Die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist die am meisten gefürchtete Komplikation unter der Therapie mit Tysabri®. Nach weltweit 102 Erkrankungen veröffentlicht die US-amerikanische Arzneibehörde FDA einen Zwischenbericht.
Der Tysabri-Wirkstoff Natalizumab hemmt das Einwandern von Leukozyten in das Parenchym des Gehirns. Dadurch wird eine Autoimmunattacke auf die Myelinscheiden in Gehirn und Rückenmark verhindert. Es fehlt aber auch jegliche Gegenwehr gegen Krankheitserreger im Gehirn. Zu ihnen gehört das opportunistische JC-Virus, Auslöser der meist tödlich verlaufenden PML.
Schon in den ersten drei Monaten nach der Zulassung von Tysabri kam es zu drei Erkrankungen, die zur zwischenzeitigen Rücknahme des Medikaments führte. Aufgrund seiner guten Wirksamkeit wurde es später wieder zugelassen. Dies geschah unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, zu denen auch die obligatorische Registrierung der Patienten und der behandelnden Ärzte gehört.
Diese Vorsichtsmaßnahme soll helfen, die Zahl der PML-Erkrankungen gering zu halten. Dies scheint gelungen zu sein, denn unter den 82.732 Patienten, die weltweit bis Ende Februar 2011 Tysabri erhalten haben, sind 102 PML-Fälle aufgetreten. Wie viele an der Komplikation gestorben sind, geht aus der FDA-Mitteilung nicht hervor.
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