Medizin

WHO: Chronische Erkrankungen die häufigste Todesursache

Mittwoch, 27. April 2011

Genf – Rauchen, Bewegungsmangel, Alkohol und Diätfehler sind auch in den Entwicklungsländern für eine steigende Zahl von Todesfällen verantwortlich. Global gesehen sterben zwei von drei Menschen an nicht übertragbaren chronischen Erkrankungen, die vielfach vermeidbar wären. Dies geht aus einem Report der Welt­gesund­heitsorganisation (WHO) hervor, der auf einer Tagung in Moskau vorgestellt wurde.

Im Jahr 2008 sind 57 Millionen Menschen gestorben. Bei 17 Millionen waren kardiovaskuläre Erkrankungen für den Tod verantwortlich, 7,6 Millionen starben an Krebs, 4,2 Millionen an Atemwegserkrankungen und 1,3 Millionen an Diabetes.

Auf diese vier Gruppen entfallen etwa 80 Prozent aller Todesfälle an nicht übertragbaren Erkrankungen, heißt es in dem 164 Seiten umfassenden “Global status report on noncommunicable diseases”. Alle vier Gruppen haben mit dem Rauchen, Bewegungsmangel, Alkohol und Diätfehlern modifizierbare, sprich vermeidbare Risikofaktoren gemeinsam.

Fast 6 Millionen Menschen, also jeder zehnte, stirbt den Berechnungen der WHO zufolge an den Folgen des Rauchens. Bis 2020 werde die Zahl sogar auf 7,5 Millionen steigen. Rauchen sei für 71 Prozent der Lungenkrebserkrankungen, 42 Prozent der chronischen Atemwegserkrankungen und 10 Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich, schreiben die Autoren.

Sie ordnen 3,2 Millionen Todesfälle dem Bewegungsmangel zu, 2,3 Millionen würden an den Folgen eines übermäßigen Alkoholkonsums sterben. Auf die Hypertonie entfallen 7,5 Millionen und auf das Übergewicht 2,8 Millionen Todesfälle. Den erhöhten Cholesterinwerten werden 2,6 Millionen Todesfälle zugeordnet, und auch 2 Millionen tödlichen Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, da sie Folge von Infektionen sind.

Die Generalsekretärin der WHO, Margaret Chan, hob bei der Vorstellung des Berichts noch einen weiteren Aspekt hervor. Chronische Erkrankungen führen infolge der Ausfallzeiten und der Behandlungskosten zu erheblichen volkswirtschaftlichen Einbußen, und sie würden Millionen von Menschen in die Armut stoßen. Chan sprach von einem Doppel-Schlag „two-punch blow“ für die Entwicklung vieler Länder.

Der neue Report ist ein zentraler Bestandteil eines Aktionsplans, den die WHO auf der Weltgesundheitsversammlung 2008 beschlossen hatte und der für den Zeitraum bis 2013 die Implementierung einer “Global Strategy on the Prevention and Control of Noncommunicable Diseases” vorsieht. © rme/aerzteblatt.de

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