Bundesweit wird in 80 Prozent der Kneipen noch geraucht
Dienstag, 3. Mai 2011
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| ddp |
Berlin – Trotz der Nichtraucherschutzgesetze in den Bundesländern wird einer Studie zufolge in den meisten Kneipen und Bars noch geraucht. „In der getränkegeprägten Gastronomie sind 80 Prozent der Betriebe verqualmt“, sagte Ute Mons vom
Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) am Dienstag in Berlin.
Die Studie zum Nichtraucherschutz in der deutschen Gastronomie, für die zehn Landeshauptstädte untersucht wurden, ergab zudem, dass in mehr als 90 Prozent der Spielhallen geraucht wurde. Auch acht Prozent der Restaurants seien faktisch Rauchergaststätten.
„Die Landesgesetze zum Nichtraucherschutz dürfen als gescheitert angesehen werden“, sagte Stefanie Seltmann vom dkfz. Ein Schutz der Nichtraucher vor Passivrauchen sei nicht gewährleistet. Die Erhebung kam zudem zu dem Ergebnis, dass Raucherclubs nur ungenügend gekennzeichnet sind und oft der Hinweis „Zutritt erst ab 18 Jahren“ fehlt.
Schlusslicht beim Nichtraucherschutz ist der Studie zufolge die Stadt Düsseldorf. Dort gebe es die meisten Ausnahmeregelungen vom Rauchverbot: Lediglich 59 Prozent der Düsseldorfer Gaststätten sind demnach rauchfrei.
Zu viele verschiedene Ausnahmeregelungen
Seit August 2007 sind nach und nach in allen Bundesländern Gesetze zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens erlassen worden. „Die Vielzahl und Komplexität der Ausnahmeregelungen in den Bundesländern hat dazu geführt, dass die Einhaltung der Rauchverbote in der Gastronomie kaum zu kontrollieren ist“, sagte Mons. Die Experten forderten deshalb eine umfassende und einheitliche Regelung zum Nichtraucherschutz in der Gastronomie, so wie sie bereits in anderen EU-Ländern eingeführt wurde.
Nichtraucherschutzgesetze gelten in allen Bundesländern. Bayern hat die schärfste Regelung, dort gilt seit einem Volksentscheid im Jahr 2010 ein striktes Rauchverbot für alle Gaststätten. In den meisten anderen Bundesländern existieren Ausnahmeregelungen etwa für Festzelte oder Einraumgaststätten, in denen keine warmen Speisen angeboten werden.
Für die Studie wurden den Angaben zufolge im Februar und März 2011 sämtliche Gaststätten im Innenstadtbereich von Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz, Magdeburg, Schwerin, Stuttgart und Wiesbaden untersucht. In Berlin und München wurden zusätzlich zwei weitere Stadtbezirke mit hoher Kneipendichte analysiert. Insgesamt wurden fast 3.000 gastronomische Betriebe untersucht.
© afp/dapd/aerzteblatt.de
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