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Organspende: Hessen und Bayern für Widerspruchslösung

Dienstag, 3. Mai 2011

Wiesbaden – Für eine erwei­terte Widerspruchslösung bei der Organspende plädieren der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) und der bayerische Gesund­heits­minister Markus Söder (CSU).

Sie kündigten am Dienstag in Wiesbaden an, bei der für Ende Juni in der hessischen Landes­hauptstadt anstehenden Konferenz der Gesund­heits­minister die Umwandlung der bestehenden erweiterten Zustimmungs- in eine erwei­terte Widerspruchslösung zu fordern. Die Organspende müsse in Deutschland endlich zum Normalfall werden, so Grüttner und Söder. Grüttner ist derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz.

Die beiden Minister erläuterten, bei einer erweiterten Widerspruchslösung käme grundsätzlich jeder, bei dem der Hirntod festgestellt worden sei, als Organspender in Betracht, es sei denn, einer Organentnahme sei ausdrücklich durch die jeweilige Person oder deren Angehörige widersprochen worden.

Grüttner und Söder wiesen darauf hin, dass gegenwärtig bundesweit mehr als 12.500 Patienten auf ein Spenderorgan warteten; jeder Dritte von ihnen sterbe infolge des nach wie vor bestehenden Mangels an Organspenden. Zwar seien 74 Prozent der Bundesbürger bereit, ein Organ zu spenden. Nur 25 Prozent aber füllten einen Organspendeausweis aus, um sich damit zu ihrer Entscheidung zu bekennen. Das zeige, dass die derzeitige Regelung dringend einer Änderung bedürfe. 

Grüttner und Söder wollen mit einem in die bevorstehende Gesundheitsministerkonferenz einzubringenden Antrag zudem den Bund auffordern, bundesweit verpflichtend Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern einzusetzen. Sie verlangen auch eine staatliche Überwachung aller am System der Organentnahme und -vermittlung beteiligten Institutionen. © kna/aerzteblatt.de

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Alfons Grau
am Donnerstag, 5. Mai 2011, 16:16

Organspende

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Artikel: "Organspende: Hessen und Bayern für Widerspruchslösung" (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45660/ )

Es ist eine Irreführung der Bevölkerung und grenzt an Betrug, im Zusammenhang mit Hirntod-Organspende von einer "Spende nach dem Tod" zu sprechen (Spenderausweis). Zu transplantierende Organe werden - ähnlich wie bei der Nieren-Lebendspende - bei lebendigem Leib entnommen, denn Leichenorgane (ex cadavere) sind für eine Transplantation nicht brauchbar. Hirntod-Organspender werden - im Gegensatz zur Nieren-Lebendspende - durch die Organentnahme getötet. Kein Mensch weiß, was sie bei der Explantation empfinden, und es sprechen Anzeichen dafür, dass sie etwas empfinden. Das kann außer Schmerz auch Todesangst sein. Viele Menschen wissen das, erkennen die Hirntod-Falle und haben deshalb keinen Spenderausweis. Dass angeblich 74 Prozent der Bundesbürger bereit seien, ein Organ zu spenden, ist das Ergebnis suggestiver Befragung zur "Spende nach dem Tod". Das Ergebnis wäre ganz anders, würde wahrheitsgemäß nach "Organspende bei lebendigem Leib" gefragt werden.

Damit die Entscheidung "Ja oder Nein" zur Organspende eine stabile Entscheidung sein kann, mit der alle, Hinterbliebene und Empfänger, leben können, muss die ganze Wahrheit auf den Tisch.Die Entscheidung für eine Hirntod-Organspende ist nicht nur eine Entscheidung für das Weiterleben eines Organempfängers, sondern auch für den sicheren Tod des Spenders und sollte allenfalls im Rahmen einer "engen Zustimmungslösung" getroffen werden dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Alfons Grau

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