Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Ihrem Artikel: "Organspende: Hessen und Bayern für Widerspruchslösung" (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45660/ )
Es ist eine Irreführung der Bevölkerung und grenzt an Betrug, im Zusammenhang mit Hirntod-Organspende von einer "Spende nach dem Tod" zu sprechen (Spenderausweis). Zu transplantierende Organe werden - ähnlich wie bei der Nieren-Lebendspende - bei lebendigem Leib entnommen, denn Leichenorgane (ex cadavere) sind für eine Transplantation nicht brauchbar. Hirntod-Organspender werden - im Gegensatz zur Nieren-Lebendspende - durch die Organentnahme getötet. Kein Mensch weiß, was sie bei der Explantation empfinden, und es sprechen Anzeichen dafür, dass sie etwas empfinden. Das kann außer Schmerz auch Todesangst sein. Viele Menschen wissen das, erkennen die Hirntod-Falle und haben deshalb keinen Spenderausweis. Dass angeblich 74 Prozent der Bundesbürger bereit seien, ein Organ zu spenden, ist das Ergebnis suggestiver Befragung zur "Spende nach dem Tod". Das Ergebnis wäre ganz anders, würde wahrheitsgemäß nach "Organspende bei lebendigem Leib" gefragt werden.
Damit die Entscheidung "Ja oder Nein" zur Organspende eine stabile Entscheidung sein kann, mit der alle, Hinterbliebene und Empfänger, leben können, muss die ganze Wahrheit auf den Tisch.Die Entscheidung für eine Hirntod-Organspende ist nicht nur eine Entscheidung für das Weiterleben eines Organempfängers, sondern auch für den sicheren Tod des Spenders und sollte allenfalls im Rahmen einer "engen Zustimmungslösung" getroffen werden dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Alfons Grau
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