Drogen im Körper von Kindern süchtiger Eltern nachgewiesen
Dienstag, 3. Mai 2011
Bremen – Harte Drogen wie Kokain, Heroin und Ecstasy sind in den Körpern von Kindern drogensüchtiger Eltern in Methadontherapie nachgewiesen worden. Das ist das Ergebnis einer Reihenuntersuchung des Bremer Sozialressorts unter 28 Ein- bis Dreijährigen, die am Dienstag vorstellt wurde.
In Haarproben von 18 Kindern seien harte Drogen nachgewiesen worden, in sieben Fällen sogar in vergleichsweise hoher Konzentration, sagte Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD). Dies seien „erschreckend viele“ Fälle.
Denkbar sei in Einzelfällen, dass Drogen auch eingenommen oder Rauch inhaliert wurde. Anhand einer Haarprobe kann im Gegensatz zu einer Urinuntersuchung auch ein länger zurückliegender Drogenkonsum aufgedeckt werden.
Als Konsequenz werde nun jeder Fall geprüft, betonte Rosenkötter. Im Zweifelsfall müssten Kinder aus den Familien genommen werden. Zudem werden künftig alle rund 100 Kinder, die in Bremen bei drogensüchtigen Eltern in Methadontherapie leben, vierteljährlich mithilfe von Haaranalysen auf Drogen untersucht. Dies gehöre bislang bundesweit nicht zum Standard. Die Eltern würden zudem schärfer auf den Missbrauch illegaler Drogen kontrolliert.
Auch wenn die Drogen nicht vorsätzlich von den Eltern verabreicht würden, bestehe bei den betroffenen Kindern ein erhebliches Gefährdungspotenzial, sagte Staatsrat Joachim Schuster. Es bestehe die Gefahr einer Überdosis, die bei kleinen Kindern gravierende Konsequenzen haben könne.
In den vergangenen Monaten waren bereits bei 14 anderen Kindern Drogen in Haarproben gefunden worden. Die Minderjährigen waren daraufhin aus den Familien genommen und die Reihenuntersuchung unter den Kleinkindern in Auftrag gegeben worden. Es war von der Behörde befürchtet worden, dass die Eltern ihren Kindern vorsätzlich die Drogen verabreicht hatten.
© dapd/aerzteblatt.de
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