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Antioxidans bewahrt Leber vor Alkoholschäden

Donnerstag, 5. Mai 2011

Birmingham – Ein bestimmter Radikalfänger kann eine mit exzessivem Alkoholgenuss konfrontierte Leber vor weitreichenden Folgen zu bewahren. Dieses Antioxidans heisst MitoQ und wurde jetzt von Wissenschaftlern der University of Alabama in Birmingham an Ratten mit verfetteten Alkohollebern erfolgreich getestet. Das Fachmagazin Hepatology (doi: 10.1002/hep.24377) berichtet davon in seiner aktuellen Ausgabe.

Bei chronischen Alkoholikern, die pro Tag exzessive Mengen an Alkohol verzehren, lagert sich Fett in den Hepatozyten an. Dabei produziert die Leber auch freie Radikale, wenn sie den Alkohol metabolisiert. Diese schädigen die Mitochondrien der Leberzellen, indem sie verhindern, dass diese Organellen ausreichend Sauerstoff aufnehmen können, um Energie zu produzieren.

Dieser hypoxische Zustand verschlimmert wiederum die Fettanreicherung in der Leber und führt langfristig zu einer Leberzirrhose. Laut mehreren Fachbeiträgen des Journals sind knapp 90 Prozent der Fälle von Leberzirrhose mit exzessivem Alkoholkonsum verknüpft. Diese Patientengruppe mache wiederum über 30 Prozent der Leberkarzinome aus.

Diesen Mechanismus der Leberzerstörung wollten die Autoren unter der Leitung von Victor Darley-Usmar genauer untersuchen, um ihn schließlich therapeutisch zu beeinflussen. Dabei fanden sie heraus, dass das Antioxidans MitoQ (mitochondria-targeted ubiquinone) in der Lage ist, die freien Radikale zu binden und zu neutralisieren, noch bevor sie die Lebermitochondrien erreichen und die Kaskade der Leberverfettung weiter in Gang setzen. 

Bei ihrer Arbeit gelang es ihnen, dieses MitoQ solchen Ratten zu applizieren, denen sie vorher täglich über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen Ethanol im Trinkfutter gegeben hatten.

Während die Ratten zunächst erwartungsgemäß an einer deutlichen Leberverfettung erkrankt waren, produzierten sie nach Gabe des MitoQ im Vergleich zu einer Kontrollgruppe immer weniger 3-NT (3-Nitrotyosin) und 4-HNE (4-Hydroxynonenal), zwei metabolischer Produkte, die bei einer Steatosis hepatis entstehen.

Die Autoren unter der Leitung von Darley-Usmar heben die mögliche klinische Bedeutung ihrer Ergebnisse besonders hervor. Denn bisher sei es Wissenschaftlern lediglich gelungen, die unspezifische Wirkung der Antioxidantien als Radikalfänger nachzuweisen.

Ihre Forschung jedoch fokussiere auf eine einzelne Zellorganelle, die Mitochondrien, und verspreche zusammen mit den guten Ergebnissen der Studie eine mögliche klinische Anwendung in der Zukunft. © rme/aerzteblatt.de

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