Politik

Familienministerin will künstliche Befruchtung wieder erleichtern

Montag, 9. Mai 2011

München – Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will mehr Unterstützung für ungewollt kinderlose Paare. Dazu möchte sie die finanziellen Hilfen bei der künstlichen Befruchtung aufstocken und die Regeln für Adoptionen lockern, wie Schröder der Süddeutschen Zeitung vom Montag sagte.

Sie finde es „unerträglich, wenn Kinderwünsche am Geld scheitern“, betonte die CDU-Politikerin. Laut Familienministerium ist beinahe jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 ungewollt kinderlos und auf medizinische Hilfe angewiesen.

Mit der Gesundheitsreform 2004 waren die staatlichen Hilfen bei der künstlichen Befruchtung gekürzt worden. Davor wurden bis zu vier Versuche voll finanziert. Seither können nur noch für drei Versuche staatliche Gelder beantragt werden, zudem werden die Kosten nur noch zur Hälfte übernommen. Die Zahl der künstlichen Befruchtungen, die pro Behandlung zwischen 3.200 und 5.000 Euro kosten, ist seit der Gesetzesänderung drastisch zurückgegangen.

Nach den Vorstellungen Schröders soll dies rückgängig gemacht werden. Statistiken zeigten, dass sich durch die damalige Entscheidung die Zahl der Versuche halbiert habe. „Hier gibt es einen glasklaren Zusammenhang zwischen staatlicher Politik und der Anzahl der Geburten. Deshalb müssen wir was tun“, sagte die CDU-Politikerin.

Darüber hinaus will die Ministerin die Vorgaben für Adoptionen lockern. Das gilt insbesondere für die derzeitige Altersgrenze von 40 Jahren und die Auflage, dass ein Elternteil dem Kind die ungeteilte Zeit zuwenden, also seine Arbeit ganz aufgeben müsse.

Natürlich müsse das Kindeswohl im Mittelpunkt stehen, sagte Schröder. „Aber diese Regeln sind anachronistisch – da hat man nicht Schritt gehalten mit den Entwicklungen der letzten Jahre.“

Die FDP begrüßte den Vorstoß von Schröder. Ein Kinderwunsch dürfe weder am Geld noch an veralteten Vorstellungen von Familie scheitern, erklärte die familienpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Miriam Gruß.

Damit greife die Ministerin eine langjährige Forderung der FDP auf. Jetzt gelte es, Widerstände in den Reihen der Union zu überwinden, von wo bislang die größten Einwände gekommen seien. © afp/aerzteblatt.de

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