München – Gegen einen „Facharzt für Intensivmedizin“ hat sich die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) auf dem 128. Chirurgenkongress in München ausgesprochen. Der Chirurg trage gegenüber dem Patienten die Gesamtverantwortung für den Erfolg einer Behandlung. Diese Betreuung beginne oft schon vor der Krankenhauseinweisung und ende mit der Rehabilitation. Die besonders kritische Phase der Intensivbehandlung gehöre ebenfalls dazu.
„Der Chirurg muss in einer solchen kritischen Situation der primäre Ansprechpartner sein“, erklärte der Präsident der Fachgesellschaft, Axel Haverich. „Diese Verantwortung kann der Chirurg nicht an andere übertragen“, betonte auch Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Essen. Aus diesem Grund könne es keinen Facharzt für Intensivmedizin geben.
Das gilt laut DGCH besonders für komplexe und spezielle Krankheitsverläufe wie sie beispielsweise in der Herz- oder Neurochirurgie häufig vorkämen. „Die verbesserten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten haben zur Folge, dass Patienten zum Teil mehrfach hintereinander operiert werden müssen. Ob und wann weitere Eingriffe sinnvoll sind, lässt sich nur durch eine fachspezifische Betreuung auf der Intensivstation erkennen“, berichtete Haverich aus eigener Erfahrung.
Ähnlich sei es in der Neurochirurgie: Dort gebe beispielsweise nach der Operation eines Hirnaneurysmas erst die kontinuierliche Überwachung der Hirndurchblutung, des Hirnstoffwechsels oder der Hirnfunktion durch den Neurochirurgen einen Hinweis darauf, ob weitere Eingriffe möglich oder nötig seien.
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