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Wenn Krebs in der Familie liegt

Dienstag, 10. Mai 2011

Köln – Fünf bis zehn Prozent aller Mammakarzinome sind monogen vererbt. Das heißt, es liegt eine Mutation in den Genen BRCA1, BRCA2 oder weiteren Hochrisikogenen vor. Über neue Erkenntnisse zur Pathogenese und Therapie familiär bedingter Mamma- und Ovarialkarzinome und über neu entdeckte Risikogene berichten Alfons Meindl, Klinikum rechts  der Isar, München, und Koautoren in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2011; 108(19): 323-30).

Meindl et al. werteten unter anderem Daten aus der Arbeit des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs aus. Es zeigte sich, dass im Falle einer BRCA1-/BRCA2-Mutation das Risiko für ein Mammakarzinom bis zu 85 Prozent und für ein Ovarialkarzinom bis zu 50 Prozent beträgt.  Ein Beispiel für ein weiteres prädisponierendes Gen für Brust- und Eierstockkrebs ist RAD51C. Es spielt ebenso wie BRCA1 und BRCA2 eine zentrale Rolle bei der DNA-Doppelstrangreparatur und ist in circa 1,5 bis 4 Prozent aller Brust- und Eierstockkrebsfamilien verändert.

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Bei nachgewiesener Mutation eines Hochrisikogens empfehlen die Autoren ein risikoadaptiertes, intensiviertes Früherkennungsprogramm. Eine Risikoreduktion ist durch prophylaktische beidseitige Entfernung der Brustdrüsen und Ovarien, in Zukunft gegebenenfalls auch durch medikamentöse Ansätze, möglich.

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste bösartige Erkrankung der Frau, Eierstockkrebs ist der Tumor mit der höchsten Letalitätsrate. Eine erbliche Krebsbelastung kann bereits vorliegen bei zwei oder mehr familiären Erkrankungsfällen oder wenn nur eine einzige junge Frau in der Familie erkrankt ist. © Se/aerzteblatt.de

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