Trier – Die Ärzte in den deutschen Gesundheitsämtern fordern eine bessere Entlohnung. Zum Auftakt der Jahrestagung der Bundesverbände von Ärzten und Zahnärzten im öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD und BZÖG) demonstrierten heute in Trier rund 300 Mediziner für eine Angleichung ihrer Gehälter an die von Ärzten in Krankenhäusern.
Bislang verdienten Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst bis zu 1.500 Euro pro Monat weniger als ihre Kollegen in den Kliniken, kritisierte Ute Teichert-Barthel, Vorsitzende des BVÖGD. Die Folge sei, dass die Gesundheitsämter ausbluteten. So seien im vergangenen Jahr bei mehr als 200 Gesundheitsämtern 150 Facharztstellen über sechs Monate hinweg oder länger nicht besetzt gewesen.
Die negativen Folgen dieses Ärztemangels seien etwa auf dem Gebiet der Schutzimpfungen schon jetzt zu spüren, sagte Harald Michels vom Gesundheitsamt Trier und Mitglied des Vorstands des BVÖGD.
„Dort, wo wir aufgrund von Personalmangel Kinder aus sozial schwachen Familien nicht mehr erreichen, haben wir eine so schlechte Impfrate, dass Erkrankungen wie zum Beispiel Masern wieder häufiger auftreten“, betonte er. Wenn man den öffentlichen Gesundheitsdienst herunterfahre, müsse man tolerieren, dass längst besiegt geglaubte Krankheiten wieder grassieren.
Zur Durchsetzung ihrer Forderungen schließen die Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst auch Streiks nicht aus. „Wir können uns vorstellen, uns mit den Krankenhausärzten zusammenzutun und gemeinsam mehr Druck zu machen“, sagte Michels. Erste Vorgespräche in diese Richtung habe es bereits gegeben.
Zurzeit laufen Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden. Das bisher vorgelegte Angebot, eine regional ausgerichtete, freiwillige Zulage zahlen zu wollen, nannte Michels nicht akzeptabel.
Weiteres Thema der Jahrestagung ist die grenzübergreifende Zusammenarbeit. Unter dem Motto „Die Welt wächst zusammen - Quo Vadis, Öffentlicher Gesundheitsdienst?“ tagen bis Samstag etwa 700 Teilnehmer von Gesundheitsämtern und Experten aus dem Gesundheitswesen in Trier.
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