Gastrointestinale Komplikationen nach Krebs im Kindesalter
Donnerstag, 12. Mai 2011
San Francisco – Patienten, die während der Kindheit eine Krebstherapie erhielten, haben ein erhöhtes Risiko für spätere gastrointestinale Komplikationen. Dabei sind vor allem der obere und der untere Gastrointestinaltrakt und die Leber betroffen.
Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Robert Goldsby von dem San Francisco Benioff Children's Hospital. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Gastroenterology (doi:10.1053/j.gastro.2011.01.049).
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie die Auswirkungen auf den Gastrointestinaltrakt bei den Überlebenden von Krebs im Kindesalter. Sie verglichen deren Symptome mit denen ihrer Geschwister.
14.358 Krebspatienten und deren Geschwister wurden in die Studie eingeschlossen und ihre Daten ausgewertet. Das mediane Erkrankungsalter lag bei 6,8 Jahren, am Ende der Studie lag das mediane Alter der Erkrankten bei 23,2 Jahren. Die Krebspatienten litten an verschiedenen Krebsformen wie Leukämie, Lymphomen, Neuroblastomen und anderen.
Die Studie der Wissenschaftler zeigt, dass die überlebenden Kinder eine höhere Inzidenz für gastrointestinale Probleme aufweisen. Dabei waren besonders die Risiken für Ileo- oder Kolostomien, sowie Zirrhosen und Leberbiopsien erhöht.
Je älter die Kinder waren und je mehr Radiotherapie im Bereich des Unterleibes sie erhielten, desto höher war das Risiko für gastrointestinale Komplikationen. Mehr als 40 Prozent der Studienteilnehmer meldeten eine späte gastrointestinale Komplikation etwa 20 Jahre nach der Krebstherapie.
Obwohl verschiedene krebsspezifische Behandlungsmöglichkeiten das Überleben drastisch verbessert haben, haben die Chemotherapie, Radiotherapie und chirurgische Interventionen das Potenzial bedeutende gastrointestinale Komplikationen zu verursachen. Die Chemotherapie geht beispielsweise einher mit gastrointestinaler Toxizität, einschließlich Erbrechen, Diarrhöe und Verstopfung.
Die Wissenschaftler plädieren darauf, bei der späteren Betreuung von Pateinten mit Krebs im Kindesalter diese Ergebnisse zu beachten. © rme/aerzteblatt.de
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