Ausland

Schweizer lehnen Verbot des Sterbetourismus ab

Dienstag, 17. Mai 2011

Zürich – Die Bürger im größten Schweizer Kanton Zürich haben einem Sterbehilfeverbot eine klare Absage erteilt. Nach einer Volksabstimmung am Sonntag bleiben sowohl die Beihilfe zum Suizid als auch der sogenannte Sterbehilfetourismus erlaubt, wie der Kanton Zürich am Montag mitteilte. Die Schweiz erlaubt Sterbehilfe, sofern die Helfer keine eigennützigen Motive verfolgen. 

Die Evangelische Volkspartei (EVP) und die ebenso christlich orientierte Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) hatten die beiden Volksabstimmungen initiiert. Für ein allgemeines Verbot der Suizidbeihilfe stimmten lediglich rund 15 Prozent.

Auch die zweite Initiative „Nein zum Sterbetourismus im Kanton Zürich” wurde mit 78 Prozent Gegenstimmen klar abgewiesen. Sie verlangte eine Wohnsitzpflicht von mindestens einem Jahr im Kanton Zürich, bevor Sterbehilfe in Anspruch genommen werden kann. 

Damit können Sterbehilfeorganisationen wie Dignitas weiter ihre Dienste in Zürich anbieten. Die 1998 gegründete Dignitas begeleitete bislang nach eigenen Angaben mehr als 1.100 Menschen beim Suizid, darunter auch rund 600 Deutsche. 

Die Zürcher Regierung sowie alle großen Parteien von der rechtsnationalen Schweizerischen Volkspartei bis zu den Grünen lehnten die Verbote ab. Auch die evangelisch-reformierte Landeskirche im Kanton Zürich sprach sich gegen beide Initiativen aus. Alte und schwerkranke Menschen müssten das Recht haben, am Ende ihres Lebens selbst über ihren Tod zu bestimmen. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.437 News Ausland

Nachrichten zum Thema

20.01.17
Paris – Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande will eine „menschenwürdige“ Lösung für den Komapatienten Vincent Lambert. Hollande betonte allerdings laut französischen Medienberichten, das......
12.01.17
Paris – Mehrere französische Linkspolitiker sprechen sich vor den Vorwahlen am 22. Januar für eine Legalisierung von Sterbehilfe aus. Der sozialistische Kandidat Benoit Hamon sagte, er wolle für alle......
06.01.17
Amsterdam – In den Niederlanden erhalten Patienten mit fortgeschrittener Demenz nur in den seltensten Fällen aktive Sterbehilfe. Viele Ärzte seien nur bereit, aktive Sterbehilfe zu leisten, wenn der......
19.12.16
Schon ein Dutzend Verfassungs­beschwerden zur Suizidbeihilfe
Karlsruhe – Gegen das vor einem Jahr vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Suizidbeihilfe liegen bereits ein Dutzend Verfassungsbeschwerden vor. Nachdem bislang Sterbehilfevereine,......
05.12.16
Zürich – Die Zahl der Fälle von Beihilfe zur Selbsttötung in der Schweiz ist einem Zeitungsbericht zufolge angestiegen. 2015 hätten 999 Menschen mit Schweizer Wohnsitz einen begleiteten Suizid......
28.11.16
Palliativmedizin: Sterbewünsche im Alter richtig deuten
Berlin – Was meinen schwerkranke Menschen, wenn sie sagen, dass sie sterben wollen? Mit dieser Frage haben sich Schweizer Ärzte und Ethiker in einer zehnjährigen Studie auseinandergesetzt. Noch......
23.11.16
Paris – 80 Prozent der Franzosen befürworten einer Umfrage zufolge aktive Sterbehilfe. Zugleich herrscht im Land jedoch Unkenntnis über bestehende Regelungen. Das geht aus einer gestern......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige