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Die privaten Krankenkassen boomen

Dienstag, 17. Mai 2011

Berlin – Die privaten Krankenkassen gehören zu den Gewinnern der jüngsten Gesundheitsreform. Von Januar bis April wechselten 39.670 Personen von einer gesetzlichen Kasse zu den Privaten. Das sind fast 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, als 28.577 Personen wechselten. Das berichtet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums.

Für gesetzlich Versicherte ist ein Wechsel in die private Kasse seit Januar deutlich einfacher geworden. Bereits nach dem einmaligen Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze von in diesem Jahr 49.500 Euro können sie sich für die private Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Zuvor sah das Gesetz einen Wechsel erst nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit einem Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze vor.

„Wir spüren eine deutliche Belebung des Neugeschäfts“, bestätigte ein Sprecher der DKV. Konkrete Zahlen nannte die Debeka: Sie verzeichnete nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten des Jahres 14.000 Neumitglieder aus der gesetzlichen Krankenversicherung und konnte damit einen großen Teil der Wechselnden für sich gewinnen. „Es gibt eine spürbare Belebung“, sagte ein Sprecher gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Die Unternehmensberatung A.T. Kerney geht davon aus, dass im Vergleich zu den Vorjahren bis zu 80.000 Angestellte zusätzlich in die PKV wechseln könnten. „Für die Versicherer eine einmalige Chance, im Neugeschäft einen signifikanten Sprung zu machen“, hieß es aus dem Beratungsunternehmen.

Auf das Jahr hochgerechnet könnten die gesetzlichen Krankenkassen rund 120.000 Mitglieder an die private Krankenversicherung verlieren. Dadurch würden den Kassen mehr als 800 Millionen Euro an Beitragseinnahmen entgehen. Da die Wechsler überdurchschnittlich gesund seien, werde angenommen, dass sie mehr einzahlten als sie kosteten. Wie viel Geld die Kassen netto verlieren werden, ist jedoch unklar.

Nach Angaben des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen seien Schätzungen der Bundesregierung realistisch, die den Nettoverlust für die GKV bei rund 250 Millionen Euro sehen. © hil/aerzteblatt.de

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Senbuddy
am Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:14

Die personellen und finanziellen Verflechtungen..

...von GKVen, Politikern, Gewerkschaften und Parteien sind doch wesentlich verbreiteter als bei der PKV. Welche Lobbyarbeit da wohl besser funktioniert ? Bestimmt nicht die der PKVen.

Und es sind doch nicht die PKVen, die ständig versuchen, mit einseitgen Informationen Einfluß auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Man betrachte nur mal die Veröffentlicheungen hier im Ärzteblatt in den letzten Wochen.

Und ich persönlich lasse lieber eine personell wesentlich kleinere und leistungsfähigere private Branche Gewinne machen als einen aufgeblasenen, halbstaatlichen Bürokratieapparat immer wieder nur Verluste (die dann der Steuerzahler tragen muß).

Viele Grüße
S.
musikrobi53
am Mittwoch, 18. Mai 2011, 10:10

Versicherungslobby funktioniert

Es ist eine Unverschämtheit und europaweit einmalig, zwei völlig unterschiedliche Krankenversicherungssysteme laufen zu lassen und dabei ausgerechnet das System, das Gewinne für private Anleger erwirtschaftet, politisch zu fördern. Solange die PKV Riesengewinne einfährt, ist es eine Sauerei, der Mehrheit der Bürger künftig immer weiter wachsende Zusatzbeiträge in der GKV aufzubürden. Aber es hilft nichts: Seit der letzten Bundestagswahl ist klar, dass nun die Vertreter der privaten Versicherungswirtschaft an den Schalthebeln der Macht sitzen. Und so bringen nun endlich die langjährigen Investitionen (Großspenden) in die Parteien ihre erwarteten Früchte.
Businesspaar
am Mittwoch, 18. Mai 2011, 08:07

...diese "Wechsler" ...

... werden sich noch wundern, jedenfalls die Mehrheit derer ... wenn Leistungsfälle eintreten, wenn die ersten saftigen (unverschämten) Beitragserhöhungen kommen, wenn der gesetzliche Ruhestand erreicht ist ...

Da hilft auch das "Geschleime" mancher Mediziner um diese "Patientengruppe" nichts ...

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