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Alkohol: Rauschtrinken mindert verbales Lernvermögen

Dienstag, 17. Mai 2011

Santiago de Compostela – Alkoholintoxikationen schädigen im Gehirn die für Lernen und Gedächtnis wichtigen Nervenzellen. Eine Folge dokumentiert eine Fall-Kontroll-Studie in Alcoholism: Clinical & Experimental Research (2011; doi: 10.1111/j.1530-0277.2011.01484.x). Studenten, die häufige Trinkexzesse angaben, schnitten vor allem in Tests zum verbalen Gedächtnis schlechter ab.

Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass der Hippocampus besonders anfällig für die neurotoxische Wirkung höherer Alkoholkonzentrationen ist. Dieses Hirnzentrum steuert im Gehirn die Bildung des Langzeitgedächtnisses. Eine bilaterale Zerstörung führt zur anterograden Amnesie. Leichtere Schäden zu Lernstörungen.

Als besonders anfällig gilt die Adoleszenzphase, da es während dieser Zeit im Temporallappen, wo der Hippocampus lokalisiert ist, ohnehin zu strukturellen und funktionellen Veränderungen kommt. Hirnforscher betrachten deshalb die Unsitte vieler Jugendlicher, sich regelmäßig durch hohe Alkoholmengen in einen Rausch zu trinken, mit besonderer Besorgnis.

Die Folgen wurden in einer Untersuchung deutlich, die die Psychologin María Parada von der Universität von Santiago de Compostela an 122 spanischen Universitätsstudenten durchgeführt hat. Sie verglich dabei zwei gleich große Gruppen, die sich in vielen Merkmalen glichen, bis auf die Neigung zum exzessiven Alkoholkonsum.

Studenten, die ein häufiges Rauschtrinken angaben, erzielten vor allem im Rey Auditory Verbal Learning Test schlechtere Ergebnisse. Es gelang ihnen weniger gut, verbale Informationen im Gehirn zu speichern.

Auch im logischen Verknüpfen der Informationen zeigten sich häufiger Defizite. Beide Fähigkeiten sind im Studium von großer Bedeutung und Parada befürchtet, dass die akademischen Leistungen der Rauschtrinker hinter denen ihrer Kommilitonen mit einem maßvollen Umgang mit Alkohol zurückfallen werden. Dies ist derzeit Gegenstand einer Langzeitstudie, teilt die Forscherin mit. Die Studie zeigt auch, dass die Auswirkungen des Rauschtrinkens bei beiden Geschlechtern gleich waren. © rme/aerzteblatt.de

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