Santiago de Compostela – Alkoholintoxikationen schädigen im Gehirn die für Lernen und Gedächtnis wichtigen Nervenzellen. Eine Folge dokumentiert eine Fall-Kontroll-Studie in Alcoholism: Clinical & Experimental Research (2011; doi: 10.1111/j.1530-0277.2011.01484.x). Studenten, die häufige Trinkexzesse angaben, schnitten vor allem in Tests zum verbalen Gedächtnis schlechter ab.
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass der Hippocampus besonders anfällig für die neurotoxische Wirkung höherer Alkoholkonzentrationen ist. Dieses Hirnzentrum steuert im Gehirn die Bildung des Langzeitgedächtnisses. Eine bilaterale Zerstörung führt zur anterograden Amnesie. Leichtere Schäden zu Lernstörungen.
Als besonders anfällig gilt die Adoleszenzphase, da es während dieser Zeit im Temporallappen, wo der Hippocampus lokalisiert ist, ohnehin zu strukturellen und funktionellen Veränderungen kommt. Hirnforscher betrachten deshalb die Unsitte vieler Jugendlicher, sich regelmäßig durch hohe Alkoholmengen in einen Rausch zu trinken, mit besonderer Besorgnis.
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