Adipositas: Höhere Kosten durch postoperative Infektionen
Dienstag, 17. Mai 2011
dpa
Baltimore – Ab dem nächsten Jahr müssen US-Kliniken die Rate postoperativer Infektionen veröffentlichen. Für adipöse Patienten, die eine größere Operation benötigen, könnte es dann schwierig werden, eine Klinik zu finden. Denn laut einer Studie in den Archives of Surgery (2011; doi: 10.1001/archsurg.2011.117) gefährden Adipöse nicht nur die Leistungsausweise der Krankenhäuser. Auch die Behandlungskosten sind wegen häufiger Infektionen deutlich höher.
Elizabeth Wick von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore hat für ihre Auswertung bewusst die Kolektomie ausgewählt, da das Risiko von postoperativen Infektionen nach diesem bauchchirurgischen Eingriff besonders hoch ist.
Ihre Analyse der Abrechnungsdaten verschiedener Versicherer zeigt: Selbst wenn es nicht zu einer Infektion kommt, sind Darmoperationen bei adipösen Patienten teurer. Der Unterschied von etwa 300 US-Dollar fällt allerdings bei Kosten von 15.131 US-Dollar für eine unkomplizierte Kolektomie nicht ins Gewicht.
Dies ändert sich schlagartig, wenn es zu postoperativen Infektionen kommt. Sie verdoppelten die Behandlungskosten auf 32.182 US-Dollar. Patienten mit einer postoperativen Infektion nach Kolektomie verbringen mehr Tage in der Klinik (9,5 vs. 8,1 Tage) und sie müssen häufiger wieder aufgenommen werden (27,8 vs. 6,8 Prozent) als Patienten mit einer unkomplizierten Operation.
Der wichtigste Prädiktor für eine postoperative Infektion war eine Adipositas: Die Komplikation trat bei 14,5 Prozent der Adipösen, aber nur bei 9,5 Prozent der Nicht-Adipösen auf. Wick errechnet eine Odds Ratio von 1,59 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,32-1,91). Der Nachteil war in etwa so groß wie der einer offenen Operation gegenüber einem laparoskopischen Eingriff (Odds Ratio 1,57; 1,25-1,97).
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