Neuer Höchststand bei bariatrischen OPs
Montag, 23. Mai 2011
Stuttgart – Einen neuen Höchststand bei den operativen Behandlungen von Fettsucht in Baden-Württemberg verzeichnet die AOK des Bundeslandes. Danach erfolgten im letzten Jahr 290 Operationen, das seien rund 50 Prozent mehr als 2009 und doppelt so viele wie 2008.
„Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht und der Trend, den wir seit Jahren mit Sorge beobachten, leider bestätigt“, sagte Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg. Experten warnten vor unerforschten Langzeitfolgen. Die AOK fordere deshalb, „den Wildwuchs an Adipositas-Operationen zum Schutz der Patienten einzudämmen“.
„Auch wenn die Operation in manchen Fällen zum Erfolg führt, ist sie kein schnelles Allheilmittel, sondern ein schwerer chirurgischer Eingriff, der nicht mehr rückgängig zu machen ist und langfristig negative Folgen haben kann“, sagte Hoberg.
Das Ausmaß der Spätfolgen sei nicht bekannt. Zum Schutz der Patienten fordert die AOK eine Zertifizierung und eine verpflichtende Qualitätssicherung von operativen Adipositaszentren.
„Mit unserer Kritik geht es für uns nicht darum, Kosten zu sparen. Wir zeigen Alternativen auf und wollen verhindern, dass immer häufiger viel zu früh und unnötig zum Messer gegriffen wird, ohne andere Mittel zur dauerhaften Gewichtsreduktion auszuprobieren“, betonte der Kassen-Chef. Dazu gehörten ein ärztlich geleitetes Abnehmprogramm mit Bewegungstherapie sowie eine dauerhafte Änderung der Ess- und Bewegungsgewohnheiten.
© hil/aerzteblatt.de
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