USA: Zweiter Protease-Inhibitor zur Therapie der Hepatitis C
Montag, 23. Mai 2011
Bethesda – Nur zehn Tage nach der Zulassung des ersten Protease-Inhibitors Victrelis® (Wirkstoff: Boceprevir) zur Behandlung der Hepatitis C hat die US-Arzneibehörde FDA auch grünes Licht für Incivek® (Wirkstoff: Telaprevir) gegeben. Beide Medikamente werden mit der derzeitigen Standardtherapie aus Peginterferon alfa plus Ribavirin kombiniert.
Sicherheit und Wirksamkeit von Telaprevir sind nach Ansicht der FDA durch drei Phase 3-Studien mit etwa 2.250 erwachsenen Patienten belegt. Bei nicht vorbehandelten Patienten erreichte die Dreifachkombination mit Telaprevir plus Peginterferon alfa plus Ribavirin eine „sustained virologic response“ (SVR) von 79 Prozent (versus 46 Prozent unter Peginterferon alfa plus Ribavirin).
Bei Patienten, bei denen es nach einer früheren Therapie zu einem Rezidiv gekommen war, betrug die SVR-Rate 86 Prozent versus 22 Prozent bei einem erneuten Versuch mit der Standardtherapie. Auch bei Patienten mit einer Teilremission unter Standardtherapie (SVR-Rate 59 vs. 15 Prozent) oder einem völligen Versagen der Standardtherapie (SVR-Rate 32 vs. 5 Prozent) ist Telaprevir künftig eine Option.
Bei Patienten mit einem schnellen Ansprechen kann die Therapie von 48 auf 24 Monate verkürzt werden, was die Akzeptanz sicherlich verbessern wird, die ja im asymptomatischen Stadium einer chronischen Hepatitis C erfolgt.
Doch die gleichzeitige Therapie mit drei Wirkstoffen bleibt nicht ohne Nebenwirkungen. Am häufigsten kommt es zu Hautausschlägen, Anämie, Übelkeit, Erbrechen, Fatigue, Kopfschmerzen, Diarrhö, Juckreiz sowie analen oder rektalen Missempfindungen oder Schmerzen. Der Hautausschlag kann zum Abbruch der Therapie zwingen.
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