Schlafmangel macht Kinder dick
Freitag, 27. Mai 2011
Dunedin – Schlafmangel fördert bei Kindern das Übergewicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 342: d2712).
Die „Family Lifestyle, Activity, Movement and Eating“ oder FLAME-Studie begleitet eine Gruppe von 244 Kindern aus der Stadt Dunedin in Neuseeland. Die Kinder wurden zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr alle sechs Monate gewogen und gemessen. Das Team um Rachael Taylor von der Universität von Otago in Dunedin verteilte regelmäßig Fragebögen zu den Freizeit- und Ernährungsgewohnheiten.
Zeitweise trugen die Kinder über 24 Stunden einen Akzelerometer am Handgelenk, der Bewegungen registriert und auf diese Weise feststellen kann, wie lange die Kinder im Bett ruhten. Kleine Kinder schlafen länger als Erwachsene und die durchschnittliche Ruhezeit der Kinder betrug elf Stunden.
Es gab jedoch Abweichungen, die wie die Autoren herausfanden, mit dem Körpergewicht korrelierten. Unter dem Strich war jede zusätzliche Stunde Schlaf am Tag mit einer Verminderung des Body-Mass-Index (BMI) um 0,48 Punkte assoziiert. Sie verminderte das Risiko, dass das Kind adipös wurde, um 61 Prozent.
Auf das einzelne Kind bedeutete der Rückgang des BMI um einen halben Punkt weniger als einem Kilogramm mehr an Gewicht. Es handelte sich aber ausschließlich um zusätzliches Fettgewebe, und nach Einschätzung von Taylor könnte sich dies langfristig ungünstig auf die Gesundheit der Kinder auswirken. Zudem sei der Ratschlag an die Eltern, die Kinder früher ins Bett zu schicken, nicht mit Nebenwirkungen verbunden.
Der Wirkungsmechanismus ist nicht klar. Schlafmangel könnte die Kinder verführen mehr zu essen, während die Müdigkeit sie vielleicht davon abhalte sich körperlich zu bewegen, glaubt Taylor. Experimentelle Studien hätten zudem gezeigt, dass Schlafmangel zu Störungen des Hormonhaushalts führt. Der Leptinspiegel sinke, während die Ghrelinwerte ansteigen, was mit einer Steigerung des Appetits verbunden sei.
© rme/aerzteblatt.de
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