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Organspende: Gesundheitsminister für Widerspruchsregelung

Montag, 30. Mai 2011

Hamburg – Gesundheitsminister mehrerer Bundesländer wollen eine Gesetzesinitiative starten, um die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll künftig jeder, der nicht zu Lebzeiten widerspricht, nach seinem Tod automatisch als Organspender in Frage kommen. Allerdings sollen vor einer Organentnahme zwingend noch die Verwandten des Toten befragt werden und ein Einspruchsrecht bekommen. 

Dem Spiegel zufolge hat der hessische Staatsminister Stefan Grüttner (CDU) als amtierender Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz die Initiative für diese „erweiterte Widerspruchsregelung“ für die nächste Sitzung des Gremiums Ende Juni auf die Tagesordnung gesetzt. Unterstützung haben demnach bereits seine Kollegen aus Bayern und Sachsen-Anhalt zugesagt, auch aus Sachsen und dem Saarland kämen zustimmende Signale. 

Grüttner halte es für „unerträglich“, dass Deutschland bei der Quote der Organspender im europaweiten Vergleich auf den hinteren Rängen liege. Von mehr als 12.500 registrierten Menschen, die dringend auf ein Spenderorgan warteten, sterbe jeder Dritte vor der Transplantation.

Mitverantwortlich dafür sei die Gesetzeslage, nach der nur Besitzer eines Spenderausweises als Organspender gelten. In allen anderen Fällen müssen die Verwandten ihr Einverständnis abgeben. 

Eine Mehrheit der deutschen Gesundheitsminister ist nach einer Umfrage des Spiegel bislang allerdings gegen eine erweiterte Widerspruchslösung. Die Menschen würden dadurch „verunsichert“, sagt die niedersächsische Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU).  © dapd/aerzteblatt.de

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