Cambridge – Britische Mikrobiologen haben eine neue Variante von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) entdeckt. Die Erreger wurden sowohl bei Kühen als auch bei Menschen nachgewiesen, und die Publikation in Lancet Infectious Diseases (2011; doi: 10.1016/S1473-3099(11)70126-8) liefert plausible Hinweise, dass eine zoonotische Übertragung erfolgt.
Das Team um Mark Holmes von der Universität Cambridge hat den Erreger zunächst in der Milch von Kühen entdeckt, die an einer Mastitis erkrankt waren. Der Erreger vermehrte sich im Labor auch in Gegenwart von Oxacillin und anderen Antibiotika, gegen die MRSA resistent geworden sind. Die anschließende Polymerasekettenreaktion (PCR) auf das Resistent-Gen mecA fiel indes negativ aus.
Dies deutet auf einen genetisch veränderten Erreger hin. Holmes und Mitarbeiter konnten schließlich einen neuen MRSA-Stamm identifizieren. Sie entwickelten einen PCR-Test, mit dem sie dann gezielt in mecA-negativen MRSA-Isolaten von Patienten nach dem neuen Erreger suchten: In Schottland waren 12 von 16, in England 15 von 26 und in Dänemark 24 von 32 Patienten positiv.
Das entspricht einem Anteil von etwa zwei Drittel bei den mecA-negativen MRSA-Isolaten. Der Anteil unter allen MRSA-Isolaten dürfte allerdings bei weniger als einem Prozent liegen. Die Autoren weisen darauf hin, dass der neue Erreger inzwischen auch in Irland und Deutschland nachgewiesen wurde.
Weitere Untersuchungen von Holmes zeigen, dass in geografischer Nähe zu den Patienten auch infizierte Rinder gefunden wurden, die mit dem gleichen oder genetisch sehr ähnlichen Erreger infiziert waren. Dies deutet darauf hin, dass die Erreger von den Kühen auf die Menschen übertreten können.
Wie dies erfolgt, ist unklar, denn die Pasteurisierung der Milch sollte die Erreger zuverlässig abtöten, wie die Veterinärin und Erstautorin Laura García-Álvarez betont. MRSA könnte aber auch über den Kontakt mit den Tieren auf Farmarbeiter übergetreten sein. Dies kann unbemerkt bleiben, da MRSA bei Gesunden in der Regel nicht zur Erkrankung führt.
David Coleman von der Universität Dublin vertritt in Antimicrobial Agents and Chemotherapy (2011; doi: 10.1128/AAC.00187-11) die Ansicht, dass die Viehwirtschaft inzwischen zu einem Reservoir für MRSA geworden. Es ist durchaus vorstellbar, dass der dortige Antibiotikaeinsatzes die Selektion neuer Resistenzgene fördert.
Betroffen ist nicht nur das Milchvieh. In einer früheren Untersuchung aus den Niederlanden war ein Drittel aller Mastschweine im Schlachthaus Träger von MRSA. In einer anderen Untersuchung wurden die Bakterien bei jedem vierten Farmarbeiter nachgewiesen.
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MRSA und die kleingeistigen Diskussionen darum zeigen, dass die Natur nicht verstanden wurde. Wir haben weltweit inzwischen Mastbetriebe für die industrielle Nahrungsmittelherstellung und jeder Fisch, jedes Schwein und jedes Rindvieh muss routinemässig Antibiotika schlucken, um unter solchen Umständen nicht krank zu werden. Jeder Milchkuh wird mehr (Milch) abverlangt, als sie natürlich zu geben in der Lage wäre und bezahlt dies häufig mit antibiotisch behandelter Euterentzündung. Antibiotika verändern die Darmflora und bringen neue adaptierte Mikroorganismen hervor. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Die jetzt allgemein empfohlenen und teils durchgeführten Massnahmen steigern zwar die Umsätze, lösen aber nicht die Probleme.
Weltweite MRSA Sanierung bei Rindern und Landwirten erforderlich!
Ich empfehle das gleiche Vorgehen wie es seit Jahren in deutschen Krankenhäusern und Altenheimen erfolgreich durchgeführt wird:
Weltweit alle Rinder und Landwirte durch die bewährten Abstriche von Mund, Nase, Anus und Axillen auf MRSA screenen und bei positivem Befund entsprechend isolieren und behandeln mit Haut und Schleimhautdesinfektion. Diese Maßnahmen solange durchführen, bis alle Abstriche dreimal negativ sind. Dann müsste der Keim sich hoffentlich ein für alle Mal ausrotten lassen. Zumindest von den Rinden sollten auch keine kritischen Nachfragen zu erwarten sein. Wir sollten uns die MRSA Ausrottung ruhig etwas kosten lassen. Sonst hätte das in den Heimen und Krankenhäusern ja gar keinen Sinn - es käme ja immer wieder zu Neuinfektionen - also - auf geht´s!
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