Ausland

US-Sterbe­hilfe-Verfechter Kevorkian tot

Montag, 6. Juni 2011

Washington – Der umstrittene US-Sterbehilfe-Verfechter Jack Kevorkian ist tot. Der als „Dr Death” bekannte Mediziner starb im Alter von 83 Jahren, wie das William Beaumont Hospital in Royal Oak im Bundesstaat Michigan am Freitag mitteilte. Vergangenen Monat war er wegen Nieren- und Herzproblemen in das Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Angaben seines Anwalts starb Kevorkian „friedlich”, seine Nichte habe am Sterbebett gesessen. Todesursache sei offenbar ein Blutgerinsel gewesen, dass sich im Herz festgesetzt habe.

Kevorkian saß mehr als acht Jahre in Haft. Er war wegen Mordes verurteilt worden, nachdem er einem jungen Mann beim Selbstmord geholfen und ein Video davon dem Fernsehsender CBS geschickt hatte. 2007 wurde er aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er zusicherte, keine Sterbehilfe mehr zu leisten.

Nach eigenen Angaben hat Kevorkian 130 Menschen mit Gift-Injektionen und tödlichem Gas beim Selbstmord geholfen. In einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN sagte er im vergangenen Jahr, seine Taten „in keiner Weise” zu bereuen.

In den USA haben nur Oregon und Washington Gesetze zum medizinischen Beistand bei Selbstmord verabschiedet. In beiden Bundesstaaten machten bislang mehr als 650 Sterbewillige davon Gebrauch. Medizinische Sterbehilfe ist ein heftig umstrittenes Thema in den USA. Einer aktuellen Umfrage des Gallup-Instituts zufolge halten 45 Prozent der US-Bevölkerung Sterbehilfe für moralisch richtig, 48 Prozent lehnen diese ab. © afp/aerzteblatt.de

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