Münster – In spezialisierten Zentren ist die Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern offenbar besser als in anderen Einrichtungen. Das berichtet das Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) nach einer Auswertung von Daten des sogenannten AFNET Register.
Die Registerdaten zeigen, dass die Behandlung von Vorhofflimmern insgesamt überwiegend leitliniengerecht ist. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es vor allem bei der Schlaganfallprophylaxe eine Unterversorgung gibt. Nicht alle Patienten mit hohem oder sehr hohem Schlaganfallrisiko bekommen eine angemessene gerinnungshemmende Therapie, wie sie die Leitlinien empfehlen.
Dabei fallen laut AFNET Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Ebenen der medizinischen Versorgung auf: Während in Universitätskliniken und bei niedergelassenen Kardiologen rund 70 Prozent der Patienten leitliniengerecht antithrombotisch behandelt wurden, waren es in den weniger spezialisierten regionalen Krankenhäusern und Hausarztpraxen rund 50 Prozent.
Die Wissenschaftler des Kompetenznetzes Vorhofflimmern führen diesen Unterschied nach eigenen Angaben im Wesentlichen darauf zurück, dass die Kardiologen, die überwiegend in den spezialisierten Zentren arbeiten, im Bereich der antithrombotischen Behandlung offensichtlich besser informiert sind als die Internisten und Allgemeinmediziner, die hauptsächlich in den weniger spezialisierten Zentren vertreten sind. Sie fordern deshalb eine intensivere Schulung der Ärzte hinsichtlich der aktuellen Behandlungsleitlinien im Bereich der Schlaganfallvorbeugung.
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