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Ärzte ohne Grenzen: Aids-Prävention braucht bessere Finanzierung

Dienstag, 7. Juni 2011

Berlin – Die finanziellen Mittel zur Bekämpfung von Aids sind laut Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen zwei Jahren geringer geworden. Die Finanzierung von Präventions-Programmen sei dadurch gefährdet, so die Hilfsorganisation am Dienstag in Berlin.

Anlässlich des in New York stattfindenden UN-Aids-Gipfels fordert die Organisation die teilnehmenden Regierungen auf, ihre finanzielle Unterstützung zu erhöhen. Laut der UN-Organisation UNAIDS sind zusätzliche sechs Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2015 notwendig, um 12 Millionen Neuinfektionen und mehr als 7 Millionen Todesfälle bis zum Jahr 2020 zu verhindern.

Die Behandlung von Aids-Patienten ist nach Ansicht von Ärzte ohne Grenzen ebenfalls Präventionsarbeit. Daraus müsse man politische Maßnahmen ableiten, so der Leiter der Medikamentenkampagne der Hilfsorganisation, Tido von Schoen-Angerer.

Der Aids-Gipfel habe es in der Hand, den Verlauf der „globalen Aids-Epidemie entscheidend zu ändern“. Bisher werden nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 6,6 Millionen Menschen mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Eine neue Studie belege, dass die Behandlung die HIV-Übertragungsrate um 96 Prozent verringern könnte.

Die Hilfsorganisation warnte zugleich vor einer Ausweitung des Patentschutzes auf Aids-Medikamente. Die Regierungen müssten dafür sorgen, dass Medikamente bezahlbar bleiben. Dazu müssten westlichen Industrieländern ihre Handelspolitik ändern und nicht weiter Produktion und Vertrieb von günstigen Generika behindern. © kna/aerzteblatt.de

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