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KV Bayerns gegen Pläne für spezialärztliche Versorgungsebene

Freitag, 10. Juni 2011

München – Gegen die Pläne für eine sogenannte spezialärztliche Versorgungsebene, wie sie das GKV-Versorgungsgesetz vorsieht, hat sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns ausgesprochen.

„Eine spezialärztliche Versorgungsebene, wie sie aktuell vom Gesetzgeber vorgesehen ist, würde die niedergelassenen Fachärzte existenziell gefährden und darf daher in dieser Form nicht umgesetzt werden“, erklärten Pedro Schmelz und Ilka Enger aus dem KVB-Vorstand nach einem Gespräch mit rund 30 Vertretern fachärztlicher Berufsverbände.

Der Gesetzentwurf sieht eine „spezialärztliche Versorgung“ für Patienten mit komplexen Krankheitsbildern vor. Gemeint sind damit „Bereiche, in denen die Notwendigkeit einer abgestimmten Diagnostik und Behandlung durch ein interdisziplinäres oder interprofessionelles Team besteht, sowie Leistungen, zu deren Erbringung besondere medizinische Kenntnisse und Erfahrungen erforderlich sind, die deutlich über allgemeine Facharztqualifikationen hinausgehen“. Diese Versorgungsebene soll auch eine bessere Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor ermöglichen.

Ein Kritikpunkt der KV Bayern ist, dass in der spezialärztlichen Versorgung keine arztbezogene Qualitätssicherung vorgesehen sei. Während niedergelassene Ärzte dem Facharztstandard mit hohen Qualifikationsanforderungen verpflichtet seien, könne die gleiche spezialärztliche Leistung nach jetzigem Stand im Krankenhaus auch ein Assistenzarzt erbringen.

Auch die geplante Honorierung in der spezialärztlichen Versorgung birgt Zündstoff: Dass Kliniken Geräte nutzen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, während Ärzte in eigener Praxis ihre Investitionen selbst erwirtschaften müssen, sei mit einem vorgesehenen Investitionskostenabschlag von fünf Prozent bei Kliniken nicht angemessen berücksichtigt.

Ebenso müssten die Niedergelassenen eine Reduzierung der für die ambulante Versorgung zur Verfügung stehenden Gelder in Höhe der spezialärztlich erbrachten Leistungen hinnehmen, während im stationären Sektor keine solche Bereinigung vorgesehen sei. Die von der Politik versprochenen „gleich langen Spieße“ seien eben noch längst nicht gleich lang, hieß es aus der KVB. © hil/aerzteblatt.de

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