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Surfactant-Protein D sagt Herzinfarkt voraus

Freitag, 10. Juni 2011

Vancouver – Unabhängig von den bekannten und bereits gesicherten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen deuten erhöhte Level des Surfactant-Protein D ebenfalls auf solche Ereignisse hin.

Wie das European Heart Journal (doi: 10.1093/eurheartj/ehr124) berichtet, haben die Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver einen anscheinend vielversprechenden Biomarker entdeckt, der nicht nur das kardiovaskuläre Risiko, sondern auch das Mortalitätsrisiko durch einen Herzinfarkt vorhersagen könnte.

Pneumozyten in der Lunge produzieren die hauptsächlich aus Lipiden und Proteinen bestehende Substanz Surfactant, die die Oberflächenspannung der Alveolen herabsetzt. Damit verhindert es, dass die Lungenbläschen in der Exspiration kollabieren und sorgt somit für einen reibungslosen Gasaustausch.

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Von den Surfactant-Proteinen, die in der Substanz nur rund zehn Prozent ausmachen, übernimmt das surfactantassoziierte Protein D, kurz SP-D, auch immunologische Funktionen. Es kann durch eine spezifische Bindung an Kohlenhydrate Bakterien und Viren erkennen und binden, um sie so für phagozytierende Makrophagen der Lunge sichtbar zu machen.

Chronische Lungenentzündungen seien bekanntermassen mit einem erhöhten Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen und deren Mortalität assoziiert, erklärt der Erst-Autor und Leiter der Studie, Don Sin.

Da es für letzteres jedoch bis dahin keinen verlässlichen biologischen Marker gab, wollten die Wissenschaftler in ihrer aktuellen Studie untersuchen, ob das bereits für entzündliche Prozesse der Lunge gut korrelierende Surfactant-Protein D auch als Biomarker für einen Herzinfarkt dienen könnte.

Mittels zwei voneinander unabhängiger Patientenkohorten untersuchten sie ihre These. Während sich die Patienten der einen Gruppe mit dem Verdacht auf einen Koronararterienverschluss einer Angiographie unterzogen, enthielt die andere Kohorte Raucher oder ehemalige Raucher, die bis dahin keine kardiovaskulären Schäden vorwiesen.

In beiden Gruppen zeigte sich, dass Patienten, die kardiovaskulär vorbelastet waren beziehungsweise im weiteren Verlauf wegen verkalkter Gefäße hospitalisiert werden mussten, jeweils erhöhte Level an SP-D im Blut hatten. Auch mit der Mortalität korrelierte der SP-D-Spiegel signifikant.

Zwar können die Autoren nicht erklären, ob oder wie das Surfactant-Protein in der Pathophysiologie kardiovaskulärer Erkrankungen beteiligt ist. Dennoch zeige das Protein solche Ereignisse frühzeitig an und könne als Biomarker dienen, so Sin. © hil/aerzteblatt.de

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