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Kardiologen fordern schnellere Reanimation in Sport-Arenen

Dienstag, 14. Juni 2011

Göteborg – Die Zahl der plötzlichen Herztodesfälle auf Massenveranstaltungen könnte signifikant gesenkt werden, wenn alle Sport-Arenen mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) ausgerüstet würden und medizinische Notfallpläne bereitstünden, um die Patienten innerhalb weniger Minuten in die nächste Klinik zu transportieren, heißt es in einem Positionspapier der European Society of Cardiology im European Heart Journal (EHJ 2011; doi: 10.1093/eurheartj/ehr178).

Die Gruppe um Mats Borjesson von der Sahlgrenska Universität in Göteborg beruft sich in den Forderungen auf die im letzten Jahr publizierte Arena-Studie (EHJ 2010; 31: 1438-1441). Die Umfrage unter 190 führenden Fußballvereinen aus 10 Ländern (ohne deutsche Beteiligung) hatte gezeigt, dass nur 72 Prozent aller Arenen mit AED ausgerüstet waren und nur 64 Prozent über medizinische Notfallpläne verfügten, die den raschen Transport von Zuschauern, die während der Veranstaltung einen Herzstillstand erlitten und reanimiert wurden, in die nächste Klinik organisierten.

Die Folge waren 77 Todesfälle am plötzlichen Herzstillstand während einer Saison. Bei einer Zahl von insgesamt 39,4 Millionen Zuschauern ergibt dies, in einer adjustierten Berechnung, eine Häufigkeit von 1 zu 589.000 Zuschauern oder in der Darstellung der European Society of Cardiology, einen Todesfall auf zehn Fußballspiele in einer Arena von etwa 60.000 Zuschauern.

Als Gegenmaßnahme schlagen die Kardiologen vor, dass jedes Stadion einen erfahrenen medizinischen Direktor ernennt, Evakuierungsrrouten für die Erkrankten und einen Transportplan zur nächsten Klinik erstellt. Die Arenen sollten mit speziellen Ausrüstungen, sprich AED, ausgerüstet werden, deren Platzierung mit den Notfallteams abgesprochen ist.

Es sollten Behandlungsräume zur Verfügung stehen, und die Rettung sollte regelmäßig trainiert und in der Qualität verbessert werden. Ähnliche Maßnahmen sollten für Massensport-Events außerhalb der Arenen gelten, also etwa bei den Marathon-Läufen, die in vielen Großstädten durchgeführt werden.

 

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  © rme/aerzteblatt.de

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