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Liraglutid: FDA erinnert an potenzielle Krebs- und Pankreasrisiken

Dienstag, 14. Juni 2011

Washington – Der Hersteller des Antidiabetikums Liraglutid hat auf Anweisung der US-Arzneibehörde FDA die Ärzte an zwei möglicherweise unterschätzte Behandlungsrisiken erinnert: Liraglutid steht im Verdacht, Tumoren der Nebenschilddrüse und eine akute Pankreatitis auszulösen.

In Tierversuchen ist es unter Liraglutid in Abhängigkeit von der Dosis und der Dauer der Therapie zu C-Zelltumoren der Schilddrüse gekommen. Ob das Antidiabetikum diese Tumoren tatsächlich ausgelöst hat und ob sich hieraus Risiken für die Patienten ergeben, ist derzeit Gegenstand von Untersuchungen an Patientenregistern, zu deren Durchführung der Hersteller von der FDA im Rahmen einer Risk Evaluation and Mitigation Strategy (REMS) verpflichtet wurde. Ein weiteres potenzielles Risiko ist die Induktion einer Pankreatitis, die in klinischen Studien vermehrt unter der Therapie mit Liraglutid beobachtet wurde.

Beide Risiken sind dafür verantwortlich, dass Liraglutid in den USA, wie auch in Europa, nicht zur Erstlinientherapie des Typ-2-Diabetes mellitus vorgesehen ist. Es besteht zudem eine Kontraindikation bei allen Patienten mit Tumoren der Nebenschilddrüse in der Vorgeschichte, wozu neben medullären Schilddrüsenkarzinomen auch die Multiple endokrine Neoplasie von Typ 2 (MEN2) gehört.

Wenn die Ärzte Liraglutid einsetzen, müssen sie zudem auf Knoten in der Schilddrüse achten und zur Abklärung an den Endokrinologen überweisen. Das gilt auch für den Fall, dass eine Laboranalyse eine Erhöhung des Calcitonin-Werts anzeigt. Ein Calcitonin-Screening ist jedoch nicht Voraussetzung der Therapie.

Vorsichtsmaßnahmen gelten auch bezüglich des Pankreatitis-Risikos. Wenn die Patienten symptomatisch werden – charakteristisch sind Bauchschmerzen, manchmal mit Ausstrahlung in den Rücken, während Erbrechen nicht zwingend erforderlich ist – musst die Therapie sofort abgebrochen werden.

Die FDA teilt nicht mit, ob es zu vermehrten Komplikationen gekommen ist. Man darf aber annehmen, dass es in der einen oder anderen Form einen Anlass für den Brief gegeben hat, den der Hersteller dieser Tage an US-Ärzte verschickt. © rme/aerzteblatt.de

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