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Bahr gegen Beitragssenkung bei Krankenkassen

Freitag, 17. Juni 2011

Düsseldorf/Hamburg – Gesund­heitsminister Daniel Bahr (FDP) lehnt trotz steigender Ein­nahmen im Kranken­kassen­system eine Beitrags­satz­senkung ab.

„Wir sind in dieser Legisla­turperiode mit einem Milliardendefizit gestartet. Ich bin froh, dass wir bei etwa 180 Milliarden Euro Gesamt­aus­gaben nun einen kleinen Puffer haben“, sagte der FDP-Politiker der in Düsseldorf erscheinen­den Rheinischen Post vom Freitag.

Der Minister fügte hinzu: „Was bringt es da, den Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung allenfalls minimal zu senken, um ihn bei der nächsten konjunkturellen Schwankung gleich wieder anheben zu müssen?“ Solide Politik müsse auch Verlässlichkeit zeigen, sagte der Minister.

CSU stellt niedrigere Kassenbeiträge in Aussicht
Die CSU stellt dagegen angesichts der Milliardenüberschüsse im Gesundheitsfonds mittelfristig Beitragssenkungen für Kassenpatienten in Aussicht. „Wenn sich die Wirtschaft 2012 weiterhin erfreulich entwickelt und zusätzliche Überschüsse gebildet werden, dann wäre es ungerecht, dass zum einen Zusatzbeiträge verlangt werden und gleichzeitig hohe Rücklagen auflaufen“, sagte der CSU-Gesundheitspolitiker Johannes Singhammer der Financial Times Deutschland vom Freitag. „Dann müssen wir über eine Entlastung der Versicherten reden.“

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Im laufenden Jahr seien Beitragssenkungen allerdings noch nicht sinnvoll. „Wir müssen ein Beitrags-Zickzack vermeiden, also schnell senken, wenn es gut läuft, dann wieder rauf, wenn es knapp wird“, sagte der Unionsfraktionsvize. „Wir haben gesetzliche Rücklagenverpflichtungen von rund drei Milliarden Euro. Sollte es bei den bisher prognostizierten fünf Milliarden Euro Überschuss für 2011 bleiben, hätten wir tatsächliche Mehreinnahmen von zwei Milliarden Euro, und das würde nicht für eine nachhaltige Beitragssenkung reichen.“ © dapd/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 17. Juni 2011, 15:27

Mysterien im Ministerium!

"Si tacuisses, lieber Bundesgesundheitsminister, "philosophus mansisses"!

Es ist nur noch peinlich, wenn der Minister leugnen will, was der Präsident seines eigenen Bundesversicherungsamtes (BVA), Dr. Maximilian Gaßner, öffentlich zugeben musste: Es gibt erhebliche Fondsüberschüsse seit 2009.

In der "Ärzte Zeitung" wollte der frühere Bank-Azubi und Daniel-Bahr-Freund aus alten Münsteraner Tagen, der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn, salopp mit der populistischen Äußerung "Da ist kein Cent über" rüberkommen.

Doch bekommen nach wie vor

1. die Krankenkassen trotz Konjunkturaufschwung und wesentlich höheren Fondseinnahmen so wenig Geld zugewiesen wie im Herbst 2010 viel zu gering festgelegt wurde.

2. die Krankenkassen die allgemeine GKV-Beitragssatzerhöhung um 0,6 % seit 1.1.2011 und ihre Zusatzbeiträge gar nicht direkt gutgeschrieben.

3. die GKV-Kassen ihre seit Einführung des Gesundheitsfonds 2009 jährlich vorgeschriebenen Liquiditätsreserven von je 3 Milliarden Euro nicht zum Ende jedes Rechnungsjahres als zusätzliche Beitragseinnahme zurückgeführt (das sind 6 Milliarden p l u s die neue Liquiditätsreserve für 2011).

4. die einzelnen Kassen ihren morbiditätsabhängigen Mehrbedarf trotz vorliegender ICD-10-GM Kodierung nicht mehr ausgeglichen.

5. Versicherte, Arbeitgeber, Ärzte, Apotheker, Kliniken, Verwaltungen, Politik und Medien keine betriebswirtschaftlich lesbaren Bilanzen der Gesetzlichen Krankenkassen zu Gesicht.


Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

PS.: Nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (www.ifw-kiel.de)
wird für 2011 ein Überschuss von 5,8 Milliarden Euro prognostiziert. Damit ist die E r h ö h u n g der GKV-Beiträge ad absurdum geführt. Vgl.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45563#comments

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